Juckreiz bei Immuntherapie und zielgerichteter Therapie: IgE-Antikörper wirkt

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Womöglich kann starker Juckreiz der als Folge bestimmter Krebstherapien auftritt, mithilfe eines IgE-Antikörpers gut behandelt werden, wenn andere Maßnahmen versagen.

Bei einer Krebstherapie mit Immuncheckpointblockern und bestimmten zielgerichteten Therapien tritt nicht selten Juckreiz als Nebenwirkung auf. Mit einem monoklonalen Antikörper gegen Immunglobulin E (Anti-IgE) können, wie einem Bericht zu einer Studie in der Fachzeitschrift Annals of Oncology zu entnehmen ist, die Beschwerden offenbar gut gelindert werden.

Nebenwirkungen an der Haut, die mit Juckreiz verbunden sind, sind bei Immuncheckpointblockern und Antikörpern gegen den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (HER2) keine Seltenheit. Für die Betroffenen kann dies sehr beeinträchtigend sein, Juckreiz ist eine unangenehme Empfindung, und durch vieles Kratzen wird die Haut geschädigt.

In der aktuellen Studie wurde rückblickend untersucht, ob sich mithilfe eines IgE-Antikörpers, der sich bereits bei mit Juckreiz verbundenen Hauterkrankungen wie atopischer Dermatitis oder bullösem Pemphigoid bewährt hatte, Juckreiz bei Krebstherapien bekämpfen lässt. Dazu wurden die Daten von 34 Patienten ausgewertet, davon die Hälfte Frauen. Sie hatten im Rahmen einer Krebstherapie mit Checkpointblockern oder Anti-HER2-Antikörpern Juckreiz entwickelt, der sich unter Kortikosteroid-haltigen Salben plus einer weiteren systemischen Therapie, etwa Kortikosteroiden in Tablettenform, nicht besserte. Bei den zugrundeliegenden Krebserkrankungen handelte es sich vorrangig um Brustkrebs, Lungenkrebs oder Krebs im Harntrakt. Die Patienten erhielten den IgE-Antikörper, er wird unter die Haut, also subkutan, gespritzt.

28 der 34 Patienten, also 82 Prozent, sprachen auf diese Behandlung an. Der Anteil an Patienten, die weiterhin mit Kortikosteroiden in Tablettenform behandelt werden mussten, sank von 50 auf neun Prozent. Ursprünglich hatten zehn von 32 Patienten ihre Krebsbehandlung abgebrochen, weil ihnen die Nebenwirkungen an der Haut zu stark geworden waren. Vier von sechs konnten die Krebstherapie nach der Behandlung mit dem IgE-Antikörper wieder aufnehmen. Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber dem IgE-Antikörper traten nicht auf.

Offenbar, so die Einschätzung der Studienautoren, könne durch eine IgE-Blockade Juckreiz, der infolge einer Krebsbehandlung mit Immuntherapie oder zielgerichteter HER2-Therapie auftritt, wirksam behandelt werden.

 

Quelle:

Barrios DM et al. IgE blockade with omalizumab reduces pruritus related to immune checkpoint inhibitors and anti-HER2 therapies. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 3. März 2021, https://doi.org/10.1016/j.annonc.2021.02.016

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 15.04.2021 16:21