Intensität der Therapie bei Weichteilsarkom dem Risiko anpassen

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Bei jungen Patienten mit Weichteilsarkom ist es sinnvoll, die Intensität der Therapie dem individuellen Risiko anzupassen. Dies kann unnötige Nebenwirkungen vermeiden.

Welchen Verlauf eine Erkrankung an einem Weichteilsarkom bei Kindern und Jugendlichen nehmen wird, hängt in der Regel von Faktoren wie dem Tumorgrad, der Tumorgröße und der Möglichkeit zur Operation ab. Wissenschaftler überprüften nun in einer Studie, ob die Therapieintensität dem jeweiligen Risiko angepasst werden kann, um in bestimmten Fällen auf aggressivere Therapien zu verzichten. Sie berichteten darüber in der Fachzeitschrift Lancet Oncology.

Die Studie wurde an 159 Krankenhäusern in drei Ländern durchgeführt, Teilnehmer waren 550 Patienten unter 30 Jahren mit einem Weichteiltumor. Jeder Teilnehmer wurde einer von drei Risikogruppen (niedriges, mittleres und hohes Risiko) und einer von vier Behandlungsgruppen zugeordnet. Bei den Behandlungsgruppen handelte es sich um alleinige Operation, Strahlentherapie, Chemostrahlentherapie und neoadjuvante Chemostrahlentherapie (gefolgt von Operation und weiterführender Strahlen- bzw. Chemotherapie).

Die Patienten mit einem niedrigen Risiko für einen ungünstigen Krankheitsverlauf hatten signifikant bessere Fünf-Jahresüberlebensraten als die Patienten mit mittlerem oder hohem Risiko: Sowohl das Gesamtüberleben als auch das Überleben ohne weiteren Krankheitsvorfall waren besser. Die Risikogruppe erwies sich als wichtiger Einflussfaktor für die Überlebensaussichten. 

Nach Ansicht der Studienautoren könne bei jungen Patienten mit Weichteilsarkom eine risikoangepasste Therapiestrategie angewendet werden. So könne beispielsweise den meisten Patienten mit niedrigem Risiko eine adjuvante, also unterstützende Therapie zusätzlich zur Operation (Strahlen- und Chemotherapie) erspart bleiben, ohne Einbußen bei den Überlebensaussichten befürchten zu müssen. Damit ließen sich bei diesen Patienten unnötige akute und langfristige Komplikationen der Therapien vermeiden. Für Patienten mit mittlerem bis hohem Risiko hingegen müssten neue wirksamere Therapieoptionen entwickelt werden – hier sei die Situation nach wie vor unbefriedigend.

 

Quelle:

Spunt SL et al. A risk-based treatment strategy for non-rhabdomyosarcoma soft-tissue sarcomas in patients younger than 30 years (ARST0332): a Children's Oncology Group prospective study. Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 27. November 2019, DOI:https://doi.org/10.1016/S1470-2045(19)30672-2

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 22.10.2020 16:24