Insulinspiegel und Risiko für Gebärmutterkörperkrebs hängen miteinander zusammen

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Dauerhaft erhöhte Insulinspiegel lassen das Risiko für Gebärmutterkörperkrebs steigen

Diabetes mellitus Typ 2, früher als „Altersdiabetes“ bezeichnet, weil er oft erst im höheren Lebensalter vorkommt, wird seit längerem mit einem erhöhten Risiko für Gebärmutterkörperkrebs in Verbindung gebracht. Doch ob es sich dabei um einen ursächlichen Zusammenhang handelt, erforschten Wissenschaftler jetzt in einer Studie, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift Journal of the National Cancer Institute veröffentlicht wurden.

Kennzeichen des Typ 2-Diabetes ist eine zunehmende Resistenz der Körperzellen gegen die Wirkung von Insulin, das, weil wiederholt hohe Zuckerkonzentrationen im Blut auftreten, in großen Mengen gebildet wird. Schließlich erschöpfen sich die insulinproduzierenden Zellen, immer weniger Insulin kann gebildet werden, bis es schließlich künstlich durch Spritzen verabreicht werden muss. 

Die am Anfang der Krankheit erhöhten Insulinspiegel führen, so ein Ergebnis der aktuellen Studie zu einem knapp zweieinhalbfach erhöhten Risiko für Gebärmutterkörperkrebs. Dies war in der Untersuchung unabhängig davon, wie hoch der Body Mass Index (BMI) war, der ein normales Körpergewicht, Unter- oder Übergewicht anzeigt - auch wenn bei Frauen, die aufgrund ihrer Gene einen höheren BMI hatten, das Risiko für Gebärmutterkörperkrebs ebenfalls erhöht war. Die Analyse beruhte auf den Daten von rund 1.300 Patientinnen mit Gebärmutterkörperkrebs und mehr als 8.000 nicht daran erkrankten Kontrollpersonen.

Die Studienergebnisse unterstützten die Annahme, dass anhaltend erhöhte Insulinspiegel im Blut unabhängig vom BMI und damit dem Körpergewicht das Risiko für Gebärmutterkörperkrebs steigern, so die Forscher. Weitere Untersuchungen müssten nun zeigen, ob ein erhöhter Insulinspiegel und von außen zugeführtes Insulin das Voranschreiten von Gebärmutterhalskrebs beeinflussen und ob bessere Insulinkontrollen mit einer geringeren Häufigkeit oder besseren Prognose einhergehen.

 

Quelle:

Nead, K. T. et al.: Evidence of a Causal Association Between Insulinemia and Endometrial Cancer: A Mendelian Randomization Analysis. Journal of the National Cancer Institute 2015, 107(9):djv178; doi:10.1093/jnci/djv178

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 24.08.2016 10:26