Informationen bleiben gefragt

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Viele Krebspatienten möchten über ihre Erkankung umfassend informiert werden. Doch gelingt dies bei vielen noch nicht in befriedigendem Maße.

Viele Krebspatienten möchten möglichst umfassende Informationen über die Erkrankung und ihre Behandlungen zu bekommen. Ein Anliegen dabei: Sich an medizinischen Entscheidungen beteiligen zu können, wofür bedarfsgerechte, durch Studien belegte und verständliche Informationen eine Voraussetzung sind. Doch Wunsch und Wirklichkeit klaffen derzeit noch auseinander, wie in einem Artikel in der Fachzeitschrift FORUM diskutiert wird.

In einer 2011 vom Krebsinformationsdienst (KID) beauftragten Befragung unter rund 2.000 Anrufern des KID-Telefondienstes gaben 87 Prozent an, dass sie „so viel wie möglich“ über die eigene Erkrankung und die Therapieoptionen wissen möchten. 84 Prozent wollten an den medizinischen Entscheidungen beteiligt werden. Zu ähnlichen Ergebnissen kam eine fast zeitgleiche Befragung in der Bevölkerung. 

Doch offenbar wird der Wunsch nach Informationen nur unzureichend gestillt: Eines der wesentlichen unbefriedigten Bedürfnisse von Krebspatienten ist noch immer Information. So fühlte sich fast die Hälfte der Befragten bis dato nicht ausreichend informiert. Die Patienten suchten deshalb auf eigenen Wegen nach Informationen, wobei neben persönlichen Gesprächen am häufigsten das Internet, Broschüren oder Ratgeber zu Rate gezogen wurden. Hier bestand die Schwierigkeit herauszufinden, wann es sich um verlässliche, gut fundierte, unabhängige und relevante Informationen handelte und wann nicht. Die meisten Patienten bevorzugten die persönlichen Gespräche mit ihrem Haus- oder Facharzt, weil sie sich von ihm valide und relevante Informationen erhofften. Auch standen Bücher und Broschüren in der Rangliste der von den Patienten präferierten Informationsquellen noch vor dem Internet.

Nach Ansicht der Autoren müsse das Angebot qualitätsgesicherter, auf bestimmte Zielgruppen zugeschnittener und laienverständlich aufbereiteter Informationen verbessert werden, ebenso deren Zugänglichkeit für die Patienten. Hier könnten unabhängige Informationsdienste Unterstützung leisten.

 

Quelle:

Gaisser, A. et al.: Wo suchen und finden Krebspatienten verlässliche Informationen? Bedürfnisse, Anforderungen und Realität. FORUM 2016, 31(1):53-58

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 21.11.2017 17:21