Infektion und Gene – bei Magenkrebs ein Team

Nachricht vom 07.04.2023

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Trifft eine Infektion mit Helicobacter pylori auf Veränderungen in bestimmten Genen, ist das Risiko für Magenkrebs deutlich erhöht.

Ein bekannter Risikofaktor für die Entstehung von Magenkrebs ist die Infektion mit Helicobacter pylori. Doch offensichtlich hängt es auch von den Genen ab, wie stark dieser Risikofaktor ins Gewicht fällt oder nicht. Wissenschaftler ermittelten, dass bei bestimmten genetischen Varianten das Risiko, durch Helicobacter pylori Magenkrebs zu entwickeln, deutlich höher ist als im Normalfall. Sie berichteten darüber in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine.

Die japanischen Wissenschaftler untersuchten die Gene von 10.426 Patienten mit Magenkrebs und 38.153 Kontrollpersonen ohne Magenkrebs, deren Daten in der BioBank Japan festgehalten worden waren. Dabei stellten sie 27 Gene in den Mittelpunkt, die im Verdacht stehen, bestimmte Krebserkrankungen zu begünstigen. Anschließend ermittelten sie das Risiko für Magenkrebs bei knapp 7.500 Personen, deren Daten im Zusammenhang mit einem Forschungsprogramm am Aichi Cancer Center registriert worden waren.

Die Forscher identifizierten neun Gene, bei denen jeweils eine bestimmte Variante mit einem erhöhten Risiko für Magenkrebs einherging. Darunter waren zum Beispiel BRCA1 und BRCA2, die schon mit Brust-, Eierstock- und Prostatakrebs in Verbindung gebracht werden. Aufgedeckt wurde eine Interaktion zwischen der Infektion mit Helicobacter pylori und dem Vorkommen bestimmter Varianten in diesen betreffenden Genen. Dies bedeutet, dass Personen, die mit Helicobacter pylori infiziert sind und eine dieser Genvarianten tragen, ein höheres Risiko für Magenkrebs haben, als Personen, die zwar ebenfalls infiziert sind, aber keine der Genveränderungen tragen.

Dieser Befund könnte bedeuten, dass es bei Personen mit nachgewiesenen Veränderungen in den bestimmten Genen besonders wichtig sei, eine Infektion mit Helicobacter pylori zu bekämpfen. 

 

Quelle:

Usui Y et al. Helicobacter pylori, Homologous-Recombination Genes, and Gastric Cancer. New England Journal of Medicine 2023; 388:1181-90

 

(KvK)

 

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