Infektion mit Helicobacter pylori bei familiärer Vorgeschichte an Magenkrebs

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Wenn die Infektion erfolgreich bekämpft wird, geht das Magenkrebsrisiko zurück.

Hauptrisikofaktoren für Magenkrebs sind eine Infektion mit Helicobacter pylori und eine familiäre Vorgeschichte, in der enge Verwandte bereits daran erkrankt sind. Nun untersuchten Wissenschaftler, ob Personen mit einer solchen familiären Vorgeschichte an Magenkrebs davon profitieren, wenn sie bei Vorliegen einer Infektion mit Helicobacter pylori eine entsprechend wirksame Antibiotikatherapie durchführen. Die Ergebnisse der Studie erschienen in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine.

In der Studie wurden 3.100 erstgradig Verwandte von Patienten mit Magenkrebs einem Screening unterzogen. 1.838 Studienteilnehmer wiesen eine Infektion mit Helicobacter pylori auf und erhielten entweder eine Therapie mit Antibiotika oder ein Scheinmedikament (Placebo). In die Analyse, in der ausgewertet wurde, wieviele Studienteilnehmer in der Beobachtungszeit von rund neun Jahren Magenkrebs entwickelten, flossen die Daten von 1.676 Personen ein, davon 832 in der Antibiotikagruppe und 844 in der Placebogruppe.

Zehn Teilnehmer der Antibiotikagruppe (1,2%) und 23 Teilnehmer der Placebogruppe (2,7%) entwickelten Magenkrebs. Von den zehn Patienten, die trotz einer Antibiotikatherapie an Magenkrebs erkrankten, wiesen fünf eine fortdauernde Infektion auf. Unter den Personen, bei denen die Infektion mit Helicobacter pylori erfolgreich bekämpft werden konnte, erkrankten 0,8% an Magenkrebs – bei denen mit bleibender Infektion (entweder, weil sie mit Placebo behandelt worden waren, oder weil die Antibiotikatherapie nicht wirkte) waren es fast drei Prozent. 

Offenbar können Personen mit einer Helicobacter pylori-Infektion und einer Magenkrebsvorgeschichte bei Verwandten ersten Grades von einer erfolgreichen Bekämpfung der Infektion profitieren: Dies reduziere ihr Risiko für Magenkrebs signifikant, so die Schlussfolgerung der Studienautoren.

 

Quelle:

Choi IJ et al. Family History of Gastric Cancer and Helicobacter pylori Treatment. New England Journal of Medicine 2020; 382:427-36

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 22.10.2020 16:24