Impfung senkt Risiko für Gebärmutterhalskrebs

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Doch nimmt nur ein Teil der Anspruchsberechtigten das Angebot der Impfung gegen HPV wahr.

Gebärmutterhalskrebs ist weltweit die vierthäufigste Krebserkrankung bei Frauen. In Deutschland liegt die Erkrankung dank des intensiven Früherkennungsscreenings nur noch an zwölfter Stelle. Doch noch immer erkranken auch hierzulande rund 4.500 Frauen pro Jahr daran, 1.540 Frauen sterben. Mit der Impfung gegen krebserregende humane Papillomviren (HPV) gibt es seit einigen Jahren die Möglichkeit, der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs effektiv vorzubeugen. Doch nehmen vergleichsweise wenige dieses Angebot wahr. Wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift best practice onkologie berichteten, ließ sich im Jahr 2015 nur knapp ein Drittel der 15-jährigen Mädchen gegen HPV impfen (in den alten Bundesländern 29,1%, in den neuen Bundesländern 46,2%).

Anhaltende Infektionen mit bestimmten HP-Viren sind eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingungen für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Dies bedeutet, dass die meisten der mit HPV infizierten Frauen nicht an Gebärmutterhalskrebs erkranken. Weitere Faktoren, von denen längst nicht alle bekannt sind, müssen hinzukommen, damit sich der Krebs entwickelt. Jedoch haben Studien gezeigt, dass die Häufigkeit der Tumoren und ihrer Vorstufen erheblich zurückgeht, wenn sich Mädchen und Frauen impfen lassen (s. Meldung DKG vom 14.10.2020). Und auch Jungen und jungen Männern wird die Impfung mittlerweile empfohlen – damit sie kein Überträger der Viren sein können, aber auch, weil weitere Krebserkrankungen, etwa Peniskrebs, Analkrebs und Tumoren im Kopf-Halsbereich, damit in Verbindung stehen.

Seit dem Jahr 2007 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland eine HPV-Impfung für Mädchen. Im Jahr 2018 wurde diese Impfempfehlung auf Jungen ausgeweitet. Das empfohlene Impfalter liegt bei 9-14 Jahren. Es wird davon ausgegangen, dass die meisten Ansteckungen mit HPV zu Beginn der sexuellen Aktivitäten geschehen. Deshalb sollte die Impfung möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen.

 

Quelle:

Ganzenmüller T et al: Risikofaktoren und primäre Präventionsstrategien des Zervixkarzinoms Inzidenz, Mortalität, Epidemiologie, HPV-Impfung. best practice onkologie 2020,15(11):482-8

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 26.10.2021 15:59