Immuntherapien bei schwarzem Hautkrebs miteinander kombinieren

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Verschiedene Wirkansätze der Immuntherapie können beim metastasierten malignen Melanom, das trotz mehrerer Therapien weiter voranschreitet, miteinander kombiniert werden. Dabei gilt es, möglichst wenig Nebenwirkungen in Kauf nehmen zu müssen.

Die Immuntherapie mit sogenannten Checkpoint-Blockern, die die körpereigene Abwehr gegen die Krebszellen unterstützt und anregt, hat sich bei fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom, in der jüngeren Vergangenheit als wirkungsvoll erwiesen. Um die Effizienz der Wirkstoffe noch zu verbessern, versuchen Wissenschaftler die verschiedenen Checkpoint-Blockaden miteinander zu kombinieren. Dabei müssen sie darauf achten, Wirkstoffkombinationen zu finden, die nicht zu viele Nebenwirkungen verursachen. Einen vielversprechenden Ansatz stellten Forscher kürzlich in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer vor.

Die Forscher nutzten zwei Arten von Checkpoint-Blockade aus: die sogenannte Anti-PD-1-Blockade mit dem Wirkstoff Pembrolizumab und die Anti-CTLA-4-Blockade mit dem Wirkstoff Ipilimumab. In vorherigen Studien hatte sich bereits gezeigt, dass diese Kombination beim malignen Melanom höhere Ansprechraten erzeugen kann als die Therapie mit einem einzelnen Wirkstoff. Allerdings kam es bei der Anwendung des Anti-CTLA-4-Blockers Ipilimumab und des Anti-PD-1-Blockers Nivolumab in der Dosierung 3 mg/kg Körpergewicht und 1 mg/kg Körpergewicht zu einer erhöhten Rate an ernsten Nebenwirkungen und dadurch bedingt einer erhöhten Abbruchrate der Therapie.

In der aktuellen Studie wurde deshalb Ipilimumab in niedriger Dosierung von 1 mg/kg Körpergewicht und Pembrolizumab in einer Dosierung von 2 mg/kg Körpergewicht getestet. Teilnehmer der kleinen Studie waren Patienten mit metastasiertem Melanom, deren Krankheit vorangeschritten war, als sie die beiden Wirkstoffe einzeln nacheinander erhalten hatten. Alle Patienten hatten insgesamt bereits mindestens drei Therapien hinter sich, bei zwei Dritteln von ihnen hatte sich der Tumor bereits ins Gehirn ausgebreitet. Tatsächlich konnte die Krankheit durch die kombinierte Therapie bei drei von neun Patienten stabilisiert werden. Kein Patient musste die Behandlung wegen ernsthafter Nebenwirkungen abbrechen. 

Ein vielversprechender Ansatz, so die Studienautoren, den es in großen Studien zu verfolgen gelte. Für Patienten mit bereits mehrfach vorbehandeltem Melanom, bei denen die Krankheit weiter voranschreitet, müsse die kombinierte Immuntherapie weiter untersucht werden, um die optimale Dosis für eine gute Effizienz und gleichzeitig gute Verträglichkeit zu finden.

 

Quelle:

Kirchberger, M. C. et al.: Combined low-dose ipilimumab and pembrolizumab after sequential ipilimumab and pembrolizumab failure in advanced melanoma. European Journal of Cancer 2016, 65:182-184

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18