Immuntherapie zusätzlich zur Chemotherapie bei fortgeschrittenem Gebärmutterkörperkrebs bringt Überlebensvorteile

Nachricht vom 20.03.2024

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Insbesondere dann, wenn ein bestimmtes Tumormerkmal vorliegt, kann die Krankheit durch die zusätzliche Immuncheckpointblockade länger aufgehalten werden.

Wenn bei fortgeschrittenem Gebärmutterkörperkrebs, dem sogenannten Endometriumkarzinom, bestimmte Gewebemerkmale vorliegen, bringt es erhebliche Überlebensvorteile, zusätzlich zur Chemotherapie eine Immuntherapie heranzuziehen. Das bestätigt eine Überblicksanalyse (Review und Meta-Analyse), die in der Fachzeitschrift Annals of Oncology veröffentlicht wurde.

In der Analyse wurden die Daten von insgesamt 2.320 Patientinnen berücksichtigt, die an fortgeschrittenem bzw. wiedergekehrtem Gebärmutterkörperkrebs erkrankt waren und sich deshalb an klinischen Studien beteiligt hatten. Es wurde untersucht, ob die Zugabe einer Immuntherapie mit Checkpointhemmern zur Chemotherapie in der Erstlinientherapie Überlebensvorteile bringt.

Tatsächlich zeigte die Meta-Analyse, dass sich das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschreitet, infolge der kombinierten Immunchemotherapie signifikant verlängert. Dieser Vorteil besteht insbesondere bei Tumoren, bei denen das zelleigene Reparatursystem ausgeschaltet ist (sogenannte mismatch repair deficiency und Mikrosatelliteninstabilität, MMRd/MSI-H) – ein Merkmal, das bei Gebärmutterkörperkrebs besonders oft vorkommt. Aber auch Patientinnen ohne dieses Merkmal können offenbar von der Immunchemotherapie in der Erstlinientherapie mit einem besseren Überleben, ohne dass der Tumor weiter voranschreitet, profitieren. Zudem zeigten sich in der Analyse Hinweise darauf, dass auch das Gesamtüberleben bei allen Patientinnen verbessert wird. Die hierzu bislang vorliegende Datenmenge reicht allerdings für eine endgültige Beurteilung noch nicht aus.

Klar ist jedoch: Die zusätzliche Immuntherapie neben der Chemotherapie in der Erstbehandlung von Frauen mit fortgeschrittenem bzw. wiedergekehrtem Gebärmutterkörperkrebs verbessert die Überlebensaussichten erheblich, vor allem bei Tumoren mit dem Merkmal MMRd/MSI-H. In weiteren Studien könne nun überprüft werden, ob bei diesen Patientinnen womöglich sogar auf eine Chemotherapie verzichtet werden könne. Für Patientinnen, die nicht (ausreichend) auf die Immunchemotherapie ansprechen, gelte es, weitere Therapieoptionen zu entwickeln. 

 

Quelle:

Bogani G et al. Adding immunotherapy to first-line treatment of advanced and metastatic endometrial cancer. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 29. Februar 2024, https://doi.org/10.1016/j.annonc.2024.02.006

 

(KvK)

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