Immuntherapie vor der Operation bei Plattenepithelkarzinomen der Haut

Nachricht vom 29.09.2022

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In vielen Fällen sprechen die Tumoren gut darauf an.

Heilung kann bei Plattenepithelkarzinomen der Haut erzielt werden, wenn es gelingt, sie bei der Operation vollständig zu entfernen. Doch lassen sich die Tumoren in vielen Fällen schon durch eine unterstützende, sogenannte neoadjuvante Immuntherapie mit einem PD1-Blocker vor der Operation verkleinern oder sogar zum Verschwinden bringen. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie, die auf der diesjährigen Tagung der European Society for Medical Oncology vorgestellt und in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine publiziert wurden.

An der Studie nahmen 79 Patienten teil, bei denen ein Plattenepithelkarzinom der Haut im Stadium II, III oder IV diagnostiziert worden war. Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, wiesen sie noch nicht auf und bei allen wurde der Tumor als operabel eingestuft. Vor der Operation erhielten sie noch eine neoadjuvante Immuntherapie mit einem PD1-Blocker. Diese Behandlung wurde alle drei Wochen für bis zu vier Dosen durchgeführt, bevor die Operation eingeleitet wurde.

Bei 40 Patienten (51%) sprach der Tumor vollständig an, es waren also nach der Immuntherapie keine Krebszellen mehr nachweisbar. Zehn Patienten (13%) wiesen ein sogenanntes großes pathologisches Ansprechen auf, d.h. nach der Immuntherapie waren noch weniger als 10% des ursprünglichen Tumorgewebes sichtbar. Insgesamt sprachen 54 Patienten, also 68%, in irgendeiner Form auf die Immuntherapie an. 18 Prozent der Patienten erlitten eine Nebenwirkung Grad 3 oder mehr.

Damit, so die Studienautoren, konnte bei Patienten mit Plattenepithelkarzinom der Haut im Stadium II-IV ohne Fernmetastasen für die neoadjuvante Immuntherapie mit einem PD1-Blocker vor der Operation ein gutes pathologisches Ansprechen gezeigt werden.

 

Quelle:

Gross ND et al. Neoadjuvant Cemiplimab for Stage II to IV Cutaneous Squamous-Cell Carcinoma. New England Journal of Medicine, Onlinevorabveröffentlichung am 12. September 2022, DOI: 10.1056/NEJMoa2209813

 

(KvK)

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