Immuntherapie, obwohl die Krankheit voranschreitet

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Auch wenn metastasierter schwarzer Hautkrebs unter einer PD1-Blockade zunächst voranschreitet, kann sich später noch ein deutliches Ansprechen des Tumors zeigen.

Wenn bei schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom, schon bei der Erstdiagnose Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, in anderen Organen festgestellt werden, kann eine Immuntherapie mit dem Checkpoint-PD1-Blocker Nivolumab lebensverlängernd wirken. Anscheinend ein Paradoxon: Offenbar profitieren manche Patienten selbst dann, wenn ihr Tumor unter der Therapie zunächst weiter voranschreitet. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift JAMA Oncology.

Die Forscher bewerteten rückblickend die Daten aus zwei klinischen Phase 3-Studien (CheckMate 066 und 067). In diesen Studien hatten 526 Patienten, darunter 39 Prozent Frauen, wegen eines fortgeschrittenen Melanoms eine Immuntherapie mit Nivolumab begonnen. Bei 306 Patienten schritt die Krankheit weiter voran. Darunter waren 85 Patienten, die trotz des Voranschreitens noch mindestens sechs Wochen lang weiter mit Nivolumab behandelt wurden. Bei gut einem Viertel dieser weiterbehandelten Patienten schrumpfte der Tumor, nachdem er zunächst vorangeschritten war, schlussendlich um mehr als 30 Prozent. Dies dauerte bei der Hälfte der Patienten mindestens eineinhalb Monate.

Offenbar, so die Schlussfolgerung der Studienautoren, profitiert ein nicht unerheblicher Teil der Melanompatienten selbst dann von einer fortgeführten Immuntherapie mit dem PD1-Blocker Nivolumab, wenn die Krankheit zunächst weiter voranschreitet. In künftigen Untersuchungen müsse geklärt werden, welche Patienten dies betrifft und wie groß der Gewinn bei einer Weiterbehandlung ist.

 

Quelle:

Long, G. V. et al.: Nivolumab for Patients With Advanced Melanoma Treated Beyond Progression. Analysis of 2 Phase 3 Clinical Trials. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 29. Juni 2017, doi:10.1001/jamaoncol.2017.1588 

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 21.07.2017 16:59