Immuntherapie nun auch bei fortgeschrittenem Brustkrebs

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Bei Patientinnen mit Brustkrebs, der nicht für eine antihormonelle Therapie oder eine HER2-Antikörpertherapie in Frage kommt, kann eine Immuntherapie in Kombination mit Chemotherapie die Krankheit unter Umständen länger aufhalten.

Die neuartigen Immuntherapien haben sich bereits bei einigen Krebsarten bewährt – nun kommen die ersten Nachrichten auch zu Brustkrebs: Patientinnen mit inoperablem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem triple-negativem Brustkrebs können wirksam mit einer Chemotherapie mit nab-Paclitaxel in Kombination mit dem Checkpoint-PD-L1-Hemmer Atezolizumab behandelt werden. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine hervor.

Triple-negativer Brustkrebs bildet keine Bindungsstellen (Rezeptoren) für Östrogen und Progesteron aus, ist also gegenüber der Wirkung dieser Hormone unempfindlich, und bildet auch nicht verstärkt den humanen epidermalen Wachstumsfaktor 2 (HER2). Die Prognose ist bei diesen Tumoren eher ungünstig, auch, weil sie für antihormonelle Therapien und Therapien mit HER2-Antikörpern nicht in Frage kommen. In einer neuen Studie erhielten jeweils 451 Patientinnen mit triple-negativem Brustkrebs, der sich schon in andere Organe ausgebreitet hatte, eine Chemotherapie mit nab-Paclitaxel und dem PD-L1-Blocker Atezolizumab oder einem Scheinmedikament (Placebo). Bei nab-Paclitaxel handelt es sich um eine besondere Aufbereitung, der Wirkstoff Paclitaxel ist dabei an Nanopartikel-Albumin gebunden.

Bei der Hälfte der Frauen in der Chemotherapie-Placebogruppe konnte die Krankheit fünfeinhalb Monate oder länger aufgehalten werden, in der Chemotherapie-Atezolizumabgruppe gelang dies 7,2 Monate und damit signifikant länger. Besonders gut wirkte die Therapie mit Atezolizumab bei Patientinnen, deren Tumor vermehrt PD-L1 bildete, an das sich der Wirkstoff binden konnte. Bei diesen Frauen war der Unterschied zwischen den Therapiegruppen noch größer. Zudem deutete sich in einer ersten Zwischenauswertung zum Gesamtüberleben an, dass Patientinnen mit PD-L1-bildenden Tumoren auch diesbezüglich von der Kombinationstherapie aus Chemotherapie und PD-L1-Hemmung profitieren könnten.

Offenbar, so die Studienautoren, verlängere die Kombination aus Atezolizumab und nab-Paclitaxel bei Patientinnen mit metastasiertem triple-negativem Brustkrebs die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschreitet. Auch wenn in der Studie unter der Immuntherapie mehr Nebenwirkungen auftraten als unter Placebo, gab es doch keine unerwarteten Komplikationen.

 

Quelle:

Schmid P et al. Atezolizumab and Nab-Paclitaxel in Advanced Triple-Negative Breast Cancer. New England Journal of Medicine, Onlinevorabveröffentlichung am 20. Oktober 2018, DOI: 10.1056/NEJMoa1809615

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 20.11.2018 14:52