Immuntherapie mit Checkpointblockade bei fortgeschrittenen Tumoren: Sicher und wirksam

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Eine Zusammenfassung von Daten mehrerer klinischer Studien zeigt, dass die PD-1-Hemmung durch Nivolumab bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen zu guten Ansprechraten führt und oft besser vertragen wird als Chemotherapie.

Eine neuartige Immuntherapie mit sogenannten Checkpointblockern sorgt seit geraumer Zeit in der Krebstherapie für Furore – bei einigen Krebsarten wie malignen Melanomen oder Lungenkrebs lassen sich damit fortgeschrittene Tumoren aufhalten, wodurch sich die Lebenszeit für die Patienten teilweise erheblich verlängert. Nun werteten Forscher zusammenfassend die Daten aus 27 klinischen Studien zu dem PD-1-Checkpointblocker Nivolumab aus, um zu erfahren, wie sicher diese Behandlung für die Patienten ist. Die Ergebnisse der Metaanalyse erschienen kürzlich in der Fachzeitschrift International Journal of Cancer.

Checkpoint-PD-1-Blocker wie Nivolumab verstärken die körpereigene Immunabwehr durch die T-Zellen gegen das Tumorgewebe, indem sie mit dem Checkpoint PD-1 eine entscheidende Schaltzentrale blockieren und dadurch hemmende Signale auf die T-Zellen unterbinden. Welche Auswirkungen das generell auf die Immunabwehr hat, war vor der Einführung der Checkpointblocker allerdings unklar.  So wurden u.a. ungezügelte Immunreaktionen befürchtet, die in zahlreichen Organen zu Schäden führen könnten.

Die Analyse über 27 Studien erbrachte jedoch eine insgesamt gute Verträglichkeit von Nivolumab. Die häufigsten Nebenwirkungen waren chronische Erschöpfung (Fatigue), die bei einem Viertel der Patienten auftrat, Hautrötungen (Rash) bei 13 Prozent, Juckreiz, Durchfall und Übelkeit bei jeweils zwölf Prozent und Kraftlosigkeit bei zehn Prozent. Unter den schweren Nebenwirkungen (Grad 3 und mehr) waren eine Verminderung der Phosphatkonzentration im Blut (Hypophosphatämie) und ein Mangel an Lymphozyten (Lymphopenie) bei jeweils zwei Prozent am häufigsten. Die Rate an Todesfällen infolge der Therapie mit Nivolumab betrug 0,25 Prozent.

Verglichen mit herkömmlichen Chemotherapien konnten mit Nivolumab dreimal bessere Ansprechraten erzielt werden. Das sechsmonatige Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, verbesserte sich mehr als zweifach gegenüber Chemotherapie, das Ein-Jahres-Gesamtüberleben ebenfalls nahezu um das Zweifache.

Nach Einschätzung der Studienautoren habe sich der PD-1-Checkpointblocker Nivolumab somit über zahlreiche klinische Studien hinweg als verträglich und wirksam erwiesen. Die alleinige Therapie mit Nivolumab führe zu besseren Ansprechraten als die Chemotherapie bei gleichzeitig geringerem Risiko für Nebenwirkungen.

 

Quelle:

Tie, Y. et al.: Safety and efficacy of nivolumab in the treatment of cancers: A meta-analysis of 27 prospective clinical trials. International Journal of Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 16. November 2016, DOI: 10.1002/ijc.30501

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 23.09.2017 20:56