Immuntherapie beim malignen Melanom

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Mit der Einführung der Checkpoint-Hemmer haben sich die Überlebensaussichten bei metastasiertem schwarzem Hautkrebs deutlich verbessert. Das bestätigt ein Bericht aus einem Zentrum in Kanada über die Anwendung von Ipilimumab.

Im fortgeschrittenen Stadium, wenn sich schwarzer Hautkrebs bereits in andere Organe ausgebreitet und dort Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, gebildet hat, beträgt die Lebenserwartung der Betroffenen oft nur noch wenige Monate. Mit der Einführung des Immuncheckpoint-Hemmers Ipilimumab, eines Antikörpers gegen zytotoxische-T-Lymphozyten-assoziiertes Protein (CTLA-4), hat sich die Situation laut den Ergebnissen klinischer Studien erheblich verbessert. Dies bestätigt nun einmal mehr ein Bericht über die Erfahrungen der letzten Jahre mit dem Wirkstoff aus dem Princess Margaret Krankenhaus in Toronto, Kanada, der in der Fachzeitschrift Oncology Letters veröffentlicht wurde.

Laut Bericht verfügt das Princess Margaret Krankenhaus über die größten Erfahrungen eines einzelnen Zentrums in Kanada hinsichtlich der Anwendung von Ipilimumab bei metastasiertem schwarzem Hautkrebs. Die Analyse umfasste den Zeitraum 2008 bis 2013, in dem im Zentrum 129 Patienten mit metastasiertem malignem Melanom mit Ipilimumab behandelt worden waren. Die häufigsten Metastasen betrafen die Lunge, Leber und die Knochen. Auch Hirnmetastasen waren häufig. 

Vier Zyklen waren geplant

Nachdem Ipilimumab in der Zweittherapie zugelassen worden war, wurde der Wirkstoff bei allen entsprechend geeigneten Patienten in der Zweittherapie oder später angewendet. 70 Prozent der Patienten erhielten keine weitere Krebstherapie. Die Behandlung bestand aus einer Infusion alle drei Wochen, wobei maximal vier Zyklen geplant waren. Bei der Hälfte der Patienten konnten tatsächlich vier Infusionen durchgeführt werden. Bei sieben Patienten wurden weitere vier Infusionen vorgenommen, nachdem sich herausgestellt hatte, dass sie von der Therapie erheblich profitieren.

Gute Behandlungsergebnisse

Bei knapp einem Drittel der Patienten kam es zu einer laut CT-Untersuchung bestätigten Response oder stabilisierten Krankheit. Bei einem Patienten trat dieser Effekt verspätet erst nach sechs Monaten ein. Die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschritt, betrug bei der Hälfte der Patienten knapp drei Monate. Nach einem Jahr waren noch 42 Prozent der Patienten am Leben, nach zwei Jahren 13 Prozent. Neun von 100 Patienten lebten drei Jahre und länger. Bessere Überlebenschancen hatten Patienten, bei denen alle vier Infusionen durchgeführt werden konnten, ebenso Patienten, bei denen es infolge der Therapie zu Nebenwirkungen kam. Ungünstig wirkten sich Lebermetastasen aus.

Aufmerksamkeit wegen Nebenwirkungen erforderlich

Die auftretenden Nebenwirkungen konnten in der Regel gut behandelt werden. Allerdings, so die Studienautoren, erforderten sie eine erhöhte Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum, weil sie teilweise recht spät zutage traten. Hier müssten in den folgenden Jahren weitere Erfahrungen gesammelt werden, um die Patienten optimal zu betreuen.

 

Quelle:

Khoja, L. et al.: Real‑world efficacy, toxicity and clinical management of ipilimumab treatment in metastatic melanoma. Oncology Letters 2016, 11:1581-1585

 

(kvk)

 

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Aktualisiert am: 21.07.2017 16:59