Immuntherapie beim malignen Melanom kombinieren

Nachricht vom 10.1.2022

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Die Kombination zweiter Immuncheckpointhemmer kann gegenüber der Anwendung eines der beiden allein Überlebensvorteile bringen.

Die sogenannten Immuncheckpointhemmer, die eine verstärkte Immunantwort gegen Krebszellen bewirken können, haben für Patienten mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs in den vergangenen Jahren erhebliche Verbesserungen gebracht. Dabei kann es offenbar vorteilhaft sein, verschiedene Checkpoints zu hemmen. In einer neuen Studie stellte sich die Kombination von zwei Checkpointhemmern – einem für LAG-3 und einem für PD-1 – gegenüber der Hemmung nur von PD-1 allein als überlegen heraus. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine hervor.

An der Studie nahmen Patienten mit einem Melanom teil, das sich mit Tochtergeschwülsten bereits in andere Organe ausgebreitet hatte bzw. nicht mehr operiert werden konnte. Sie erhielten entweder eine Kombination aus einem LAG-3- und PD-1-Blocker oder den PD-1-Blocker allein.

Durch die Kombinationstherapie konnte das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, signifikant verbessert werden. So lebten nach zwölf Monaten knapp 48 Prozent der Patienten der Kombinationsgruppe noch, ohne dass die Krankheit weiter vorangeschritten war. In der Gruppe mit dem PD-1-Blocker allein gelang dies nur bei 36 Prozent der Patienten. Zwar traten unter der Kombinationstherapie mehr Nebenwirkungen Grad 3-4 auf, allerdings keine unerwarteten, die bislang noch nicht bekannt gewesen wären.

Offenbar könne die Kombination von Immuncheckpointblockern gegen LAG-3 und PD-1 bei Patienten mit fortgeschrittenem malignem Melanom in der Erstlinientherapie Überlebensvorteile bringen, so die Einschätzung der Studienautoren.

  

Quelle:

Tawbi HA et al. Relatlimab and Nivolumab versus Nivolumab in Untreated Advanced Melanoma. New England Journal of Medicine 2022; 386:24-34

 

(kvk)

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Zuletzt aufgerufen am: 25.01.2022 09:08