Immuntherapie beim fortgeschrittenen Melanom: Einer wirkungsvoller als der andere

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In den endgültigen Ergebnissen einer Studie bestätigt sich, dass die Therapie mit dem PD-1-Blocker Pembrolizumab bei Patienten mit nicht-operablem fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs langfristig vorteilhafter ist als die Therapie mit dem CTLA-4-Blocker Ipilimumab.

Wenn sich ein malignes Melanom bereits in andere Organe ausgebreitet und dort Tochtergeschwülste gebildet hat, sind die Überlebensaussichten ungünstig – bislang verblieben den Betroffenen oft nur noch wenige Monate Lebenszeit. Neuartige Immuntherapien mit sogenannten Checkpointblockern hingegen können sehr wirkungsvoll sein und die Krankheit bei zahlreichen Patienten für längere Zeit zum Stillstand bringen. Wie in einer Studie in der Fachzeitschrift Lancet berichtet wird, ist dabei eine sogenannte PD-1-Blockade mit Pembrolizumab effizienter als eine CTLA4-Blockade mit Ipilimumab.

Schon eine Zwischenanalyse dieser Studie hatte gezeigt, dass die Patienten Überlebensvorteile haben, wenn sie mit Pembrolizumab statt mit Ipilimumab behandelt werden. Es handelte sich in der Studie um mehr als 800 Patienten ab 18 Jahren, die an einem nicht-operablen Melanom im Stadium III oder IV litten. Einige von ihnen hatten schon eine erste systemische, also im ganzen Körper wirkende Therapie hinter sich. Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip mit entweder Pembrolizumab (in zwei Dosierungen) oder Ipilimumab behandelt.

In den jetzt publizierten Endergebnissen der Studie zeigte sich bei den Patienten, die mit Pembrolizumab behandelt worden waren, ein signifikant längeres krankheitsfreies Überleben. Zwischen den beiden Gruppen mit unterschiedlichen Dosierungen von Pembrolizumab gab es keinen Unterschied. Zudem war auch das Gesamtüberleben unter Pembrolizumab besser als unter Ipilimumab. So waren von den Patienten der Ipilimumabgruppen nach zwei Jahren noch 43 Prozent am Leben, in den beiden Pembrolizumabgruppen waren es jeweils 55 Prozent.

Damit, so die Studienautoren, habe sich bestätigt, dass die Therapie mit dem PD-1-Blocker Pembrolizumab vorteilhafter für Patienten mit fortgeschrittenem Melanom sein kann als die Therapie mit dem CTLA-4-Blocker Ipilimumab.

 

Quelle:

Schachter J et al. Pembrolizumab versus ipilimumab for advanced melanoma: final overall survival results of a multicentre, randomised, open-label phase 3 study (KEYNOTE-006). Lancet. 2017;390(10105):1853-62

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 22.11.2017 17:14