Immuntherapie bei Urothelzellkarzinom

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Wenn fortgeschrittener Harnblasenkrebs durch eine erste Chemotherapie nicht zu stoppen ist oder wiederkehrt, kann offenbar eine Immuntherapie mit einem Checkpointblocker Überlebensvorteile bringen.

Wenn ein fortgeschrittenes Urothelzellkarzinom (meist in der Harnblase) nach einer Platin-haltigen Chemotherapie weiter voranschreitet, sind die Überlebensaussichten eher ungünstig. Nun wurde in einer Studie eine neue Therapieoption mit einem sogenannten Checkpointblocker aus der Gruppe der Immuntherapeutika getestet – durchaus mit Erfolg, wie die Ergebnisse in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine nahelegen.

An der Studie nahmen 542 Patienten mit fortgeschrittenem Urothelzellkarzinom teil, das nach einer Platin-haltigen Chemotherapie weiter voranschritt oder zurückkehrte. Sie erhielten entweder den Anti-PD-1-Antikörper Pembrolizumab oder eine weitere Chemotherapie. Die Checkpointblockertherapie erwies sich als effizienter: So lag der Zeitpunkt, an dem die Hälfte der Patienten verstorben war, in der Pembrolizumabgruppe um drei Monate später (10,3 Monate gegenüber 7,4 Monaten) als in der Chemotherapiegruppe. Hingegen gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen bezüglich des Überlebens ohne weiteres Voranschreiten des Tumors.

In der Pembrolizumabgruppe traten generell weniger Nebenwirkungen auf als in der Chemotherapiegruppe und auch weniger schwerwiegende Nebenwirkungen (Grad 3 oder mehr). 

Fazit der Studienautoren

Bei zuvor mit Chemotherapie behandeltem fortgeschrittenem Urothelzellkarzinom, das weiter voranschreitet oder wiederkehrt, verlängert sich durch eine Immuntherapie mit dem PD-1-Checkpointblocker Pembrolizumab gegenüber einer weiteren Chemotherapie das Gesamtüberleben um drei Monate – bei besserer Verträglichkeit.

 

Quelle:

Bellmunt, J. et al.: Pembrolizumab as Second-Line Therapy for Advanced Urothelial Carcinoma. New England Journal of Medicine, Onlinevorabveröffentlichung am 17. Februar 2017, DOI: 10.1056/NEJMoa1613683

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 21.07.2017 16:59