Immuntherapie bei seltenen malignen Melanomen

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Auch bei Melanomen, die nicht mit dem UV-Licht in Verbindung gebracht werden können, wie dem Aderhautmelanom, kann in fortgeschrittenen Fällen eine Immuntherapie die Überlebensaussichten verbessern.

Dank der Einführung der neuartigen Immuntherapie mit sogenannten Checkpointblockern haben sich für viele Patienten mit malignem Melanom, das sich schon mit Metastasen in andere Organe ausgebreitet hat, die Überlebensaussichten erheblich verbessert. Dies gilt nachweislich für Melanome, die auf sonnenbeschienener Haut entstanden sind und deren Entstehung auf UV-bedingte Schäden, sogenannte Mutationen, zurückgeht. Wirkt diese Therapie auch bei Melanomen, die nicht mit dem Sonnenlicht in Verbindung gebracht werden können und bei denen deshalb die entsprechenden Mutationen in den Krebszellen nicht vorhanden sind? Dieser Frage gingen Wissenschaftler in einer Studie nach und veröffentlichten die Ergebnisse jetzt in der Fachzeitschrift Journal for Immunotherapy of Cancer.

Die Forscher werteten die Daten von 428 Patienten mit metastasiertem schwarzem Hautkrebs aus. Bei zwei Dritteln der Fälle handelte es sich um Melanome in sonnenbeschienenen Hautregionen. Die übrigen Tumoren jedoch betrafen Körperregionen, die weniger dem Sonnenlicht ausgesetzt sind: Melanome an den Handinnenflächen und Fußsohlen, Melanome der Schleimhaut oder Melanome der Aderhaut am Auge. Solche Melanome sind selten, ihre Entstehung wird nicht mit UV-bedingten Schäden in Verbindung gebracht.

Die Patienten erhielten eine Immuntherapie mit Checkpointblockern, die gegen CTLA-4, PD-1 oder PD-L1 wirken. Zwar zeigte sich bei den Patienten mit einem der seltenen nicht-UV-Licht-bedingten Melanome eine geringere Wirksamkeit der Therapie als bei Patienten mit Melanomen auf sonnenbeschienener Haut. Doch profitierten auch sie in vielen Fällen von der Immuntherapie, bei einigen von ihnen wurde ein Langzeitüberleben von drei oder sogar fünf Jahren und länger erreicht. 

Dies, so die Studienautoren zeige, dass die Immuntherapie auch bei Patienten mit nicht-UV-bedingten malignen Melanomen an Handinnenflächen, Fußsohlen, Schleimhäuten oder der Aderhaut längere Überlebenszeiten bewirken kann. Ein komplettes Tumoransprechen sei bei dieser Patientengruppe allerdings selten zu erreichen, weshalb die Krankheit zusätzlich mit lokalen Therapien kontrolliert werden müsse.

 

Quelle:

Klemen ND et al. Survival after checkpoint inhibitors for metastatic acral, mucosal and uveal melanoma. J Immunother Cancer 2020;8(1):e000341

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 02.07.2020 15:09