Immuntherapie bei schwarzem Hautkrebs der Schleimhaut

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Eine kombinierte Immuntherapie kann die Krankheit im fortgeschrittenen Stadium offenbar bei vielen Patienten längere Zeit aufhalten, als dies herkömmliche Therapien vermögen.

Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom), der die Schleimhaut befällt, verhält sich oft besonders aggressiv und kann mit den konventionellen Krebstherapien nur schwer behandelt werden. Eine kombinierte Immuntherapie verspricht Hoffnung, wie Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology vermeldeten.

Die Forscher analysierten zusammenfassend die Daten aus mehreren klinischen Studien, in denen insgesamt 86 Patienten mit fortgeschrittenem Schleimhautmelanom und 665 Patienten mit fortgeschrittenem Hautmelanom mit einer Immuntherapie behandelt worden waren. Bei der Immuntherapie kam der PD-1-Checkpointblocker Nivolumab allein oder in Kombination mit dem CTLA-4-Checkpointblocker Ipilimumab zum Einsatz.

Die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschreitet, verlängert sich

Bei der Hälfte der Patienten mit Schleimhautmelanom, die Nivolumab allein erhielten, begann die Krankheit nach drei Monaten wieder voranzuschreiten – unter den Patienten mit Hautmelanom war das nach rund sechs Monaten der Fall. Knapp ein Viertel der Patienten mit Schleimhautmelanom und 41 Prozent der Patienten mit Hautmelanom sprachen auf die Behandlung mit dem PD-1-Checkpointblocker an. Die Kombinationstherapie aus PD-1- und CTLA-4-Hemmung war erfolgreicher: Hier schritt die Krankheit bei der Hälfte der Patienten mit Schleimhautmelanom erst nach rund sechs Monaten, bei der Hälfte der Patienten mit Hautmelanom nach knapp einem Jahr wieder voran. 37 Prozent der Patienten mit Schleimhautmelanom und 60 Prozent der Patienten mit Hautmelanom sprachen auf die Behandlung an. Allerdings war die Kombinationstherapie mit erheblich mehr Nebenwirkungen verbunden als die Therapie mit dem PD-1-Blocker allein.

Auch wenn fortgeschrittene Schleimhautmelanome offenbar schlechter als fortgeschrittene Hautmelanome auf die kombinierte Immuntherapie ansprechen, könnten auch sie doch in vielen Fällen durch die Behandlung aufgehalten werden, sodass sich die Lebenszeit für die Patienten verbessert – so die Schlussfolgerung der Studienautoren. 

 

Quelle:

D’Angelo, S. P. et al.: Efficacy and Safety of Nivolumab Alone or in Combination With Ipilimumab in Patients With Mucosal Melanoma: A Pooled Analysis. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 7. November 2016, DOI: 10.1200/JCO.2016.67.9258

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 29.06.2017 16:55