Immuntherapie bei Schleimhautmelanomen

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Bei fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs der Schleimhäute und bei akralen Melanomen kann eine Immuntherapie mit PD-1-Checkpoint-Hemmern offenbar auch gut wirken.

Immuntherapien mit sogenannten PD-1-Checkpoint-Blockern wirken beim fortgeschrittenen Melanom gut und können die Krankheit oft längere Zeit ausschalten. Das gilt womöglich auch bei akralen Melanomen, die an den Handinnenflächen, Fußsohlen, Fingern und Zehen vorkommen, und bei Melanomen der Schleimhäute, wie Wissenschaftler auf der diesjährigen Jahrestagung der American Society of Oncology in Chicago berichteten.

Schwarzer Hautkrebs ist eine heterogene Erkrankung mit vielen Facetten: Schleimhautmelanome verhalten sich anders als Hautmelanome, auch akrale Melanome haben andere genetische Grundlagen und Eigenheiten. Sowohl Schleimhautmelanome als auch akrale Melanome gehen mit einer ungünstigeren Prognose als Hautmelanome einher. In der aktuellen Studie untersuchten die Forscher rückwirkend die Daten von Patienten, die wegen eines Melanoms mit Pembrolizumab oder Nivolumab, beides PD-1-Blocker, behandelt worden waren. 60 dieser Patienten hatten ein Schleimhautmelanom (58%) oder ein akrales Melanom (42%). Von ihnen waren 85 Prozent bereits vorbehandelt worden, darunter mit dem ebenfalls zur Immuntherapie gehörenden CTLA-4-Blocker Ipilimumab. 

Knapp ein Viertel der Patienten mit Schleimhautmelanom und ein Drittel der Patienten mit akralem Melanom sprachen auf die Behandlung mit einem PD-1-Blocker an. Hierbei spielten weder das Alter, noch der Tumorsitz oder die vorangegangenen Therapien eine Rolle. Die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschritt, betrug für die Hälfte der Patienten mindestens vier Monate. Zudem lebte die Hälfte der Patienten mit einem Schleimhautmelanom mindestens zwölf Monate, die Hälfte der Patienten mit einem akralen Melanom mindestens 32 Monate. Lediglich zwei Patienten brachen die Therapie wegen zu starker Nebenwirkungen ab.

Nach Ansicht der Studienautoren habe sich die PD-1-Blockade bei Schleimhaut- und akralen Melanomen als klinisch wirkungsvoll gezeigt, ihr Einsatz könne sich bei den im fortgeschrittenen Stadium nur schwer zu behandelnden Tumoren offenbar lohnen. Weitere Studien zu diesen speziellen Melanomarten seien notwendig, um die Wirksamkeit der Immuntherapien noch eingehender zu erforschen.

 

Quelle:

Munhoz, R. R. et al.: Clinical activity of anti-programmed death-1 (PD-1) agents in acral and mucosal melanoma. 2016 ASCO Annual Meeting, Abstract No: 9516. J Clin Oncol 34, 2016 (suppl; abstr 9516)

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 21.09.2017 16:40