Immuntherapie bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs in der Zweitbehandlung

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Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Therapie mit einem Checkpointblocker die Überlebensaussichten gegenüber einer Chemotherapie verbessern.

Für die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, der nach einer ersten Therapie weiter voranschreitet, steht seit geraumer Zeit mit der Immuntherapie mit sogenannten Checkpointblockern eine neue Option zur Verfügung. In einer zusammenfassenden Studie untersuchten Wissenschaftler, wie effizient die Therapie im Vergleich zur bisher üblichen Chemotherapie ist. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift JAMA Oncology.

Die Forscher fassten in ihrer Analyse die Daten und Ergebnisse aus fünf klinischen Studien mit insgesamt 3.025 Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs zusammen. Bei allen schritt der Tumor nach einer ersten Behandlung weiter voran. Die Patienten erhielten daraufhin entweder eine Chemotherapie mit Docetaxel oder eine Immuntherapie mit einem Checkpointblocker (Nivolumab, Pembrolizumab oder Atezolizumab).

Die Checkpointblockertherapie war mit einem längeren Gesamtüberleben im Vergleich zur Chemotherapie mit Docetaxel verbunden. Doch gelang dies nur, wenn bestimmte Tumormerkmale vorlagen. So verlängerte sich das Gesamtüberleben bei Patienten mit einem Tumor, der keine Mutation im epithelialen Wachstumsfaktorrezeptor EGFR aufwies, also bei sogenannten EGFR-Wildtyptumoren. Bei Patienten mit EGFR-Mutation verlängerte sich das Gesamtüberleben bei Checkpointblockertherapie gegenüber Chemotherapie nicht. Bezüglich der sogenannten KRAS-Mutation war es genau umgekehrt: Patienten mit KRAS-mutiertem Tumor hatten infolge der Checkpointblockade bessere Überlebenschancen, Patienten ohne KRAS-Mutation im Tumor nicht. Auf diesen Zusammenhang hatten andere potenzielle Risikofaktoren für das Überleben keinen Einfluss wie etwa das Rauchen, ein höheres Lebensalter, der Tumorgewebetyp (Plattenepithelkarzinom versus Nicht-Plattenepithelkarzinom) oder das Geschlecht.

In der Zweittherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs können Checkpointblocker im Vergleich zur Chemotherapie mit Docetaxel die Überlebenschancen verbessern, sofern bestimmte Tumormerkmale vorliegen, so die Schlussfolgerung der Studienautoren. 

 

Quelle:

Khoon Lee C et al. Clinical and Molecular Characteristics Associated With Survival Among Patients Treated With Checkpoint Inhibitors for Advanced Non–Small Cell Lung Carcinoma A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 21. Dezember 2017, doi:10.1001/jamaoncol.2017.4427

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 18.09.2018 17:34