Immuntherapie bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs erweitert

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Die PD-1-Checkpoint-Hemmung funktioniert nicht nur bei Plattenepithelkarzinomen, die lokal fortgeschritten sind oder sich in andere Organe ausgebreitet haben – auch Patienten mit Nicht-Plattenepithelkarzinomen profitieren davon.

Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums nicht ausreichend auf eine platinhaltige Chemotherapie ansprechen, können in den USA seit geraumer Zeit mit dem PD-1-Checkpointblocker Nivolumab behandelt werden. Für die Zulassung des Wirkstoffs sprachen zusätzlich zu den bereits bekannten Ergebnissen einer Studie mit Plattenepithelkarzinomen (CheckMate 017) die Ergebnisse einer weiteren Studie, in der sich auch bei Nicht-Plattenepithelkarzinomen Überlebensvorteile ergeben hatten (CheckMate 057; Bericht in der Fachzeitschrift The Oncologist).

Überlebenszeiten verlängert

An der zweiten Studie hatten 582 Patienten teilgenommen, die an nicht-kleinzelligem Nicht-Plattenepithel-Lungenkrebs erkrankt waren, der entweder lokal fortgeschritten war oder schon Metastasen in anderen Organen gebildet hatte und auf eine platinhaltige Ersttherapie nicht oder nicht mehr ansprach. Sie wurden nach dem Zufallsprinzip entweder mit Docetaxel oder mit dem PD-1-Blocker Nivolumab behandelt. Die Patienten der Nivolumabgruppe erreichten ein signifikant längeres Gesamtüberleben als die Patienten der Docetaxelgruppe. Auch die Ansprechrate war in der Nivolumabgruppe größer, zudem hielt das Ansprechen fast dreimal so lange an wie in der Docetaxelgruppe.

Molekulare Eigenschaften des Tumors spielen eine Rolle

Wie sich in Untergruppenanalysen herausstellte, musste der Tumor, damit Nivolumab schon frühzeitig und gut wirken konnte, positiv hinsichtlich sogenannter „programmierter Zelltod-Liganden 1“ sein. Nur dann hat der PD-1-Blocker offenbar einen passenden Angriffspunkt, um seine Wirkung optimal entfalten zu können.

Nebenwirkungen und Erweiterung des Einsatzspektrums weiter erforschen

Die auftretenden Nebenwirkungen unter Nivolumab waren vor allem Erkältungen, Verstopfung, verminderter Appetit, Juckreiz, Fatigue, Muskelschmerzen und Lungenentzündung. Auch kam es bei einer älteren Patientin zu einer Hirnentzündung (Enzephalitis), die bislang nicht als mögliche Folge der Therapie bekannt war und nun weiter erforscht werden muss. Darüber hinaus liegt der Schwerpunkt weiterer Studien auf dem möglichen Einsatz von Nivolumab in der Ersttherapie bei metastasierten Tumoren und in der adjuvanten, die Operation unterstützenden Therapie.

 

Quelle:

Kazandjian, D. et al.: FDA Approval Summary: Nivolumab for the Treatment of Metastatic Non-Small Cell Lung Cancer With Progression On or After Platinum-Based Chemotherapy. Oncologist, Onlineveröffentlichung am 16. März 2016, pii: theoncologist.2015-0507

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 27.06.2017 17:13