Immuntherapie bei Mundrachenkrebs in fortgeschritteneren Stadien früh einsetzen

Nachricht vom 14.06.2024

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In der neoadjuvanten Behandlung die Immuntherapie der Chemotherapie hinzuzufügen, kann Überlebensvorteile bringen.

Bei einer Erkrankung an lokoregional fortgeschrittenem Mundrachenkrebs (Oropharynxkarzinom) im Stadium III oder IV lohnt es sich unter bestimmten Umständen, vor der Operation die unterstützende neoadjuvante Chemotherapie mit einer Immuntherapie zu kombinieren und anschließend die weitere Therapie dem individuellen Risiko anzupassen. Darauf deuten die Ergebnisse einer Studie, die in der Fachzeitschrift JAMA Oncology erschienen.

An der Studie beteiligten sich 73 Personen zwischen 31 und 82 Jahren, davon sechs Frauen und 67 Männer, mit lokoregional fortgeschrittenem Mundrachenkrebs, der mit einer Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) in Verbindung stand, also HPV-positiv war. Die Tumoren befanden sich im Stadium III oder IV, sie hatten sich noch nicht mit Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, in andere Organe ausgebreitet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten eine neoadjuvante platinbasierte Chemotherapie und dazu eine Immuntherapie mit einem PD1-Blocker. Die weitere Behandlung wurde risikoangepasst durchgeführt.

Bei 71 Prozent der Personen wurde ein tiefes Ansprechen auf die neoadjuvante Immunchemotherapie erreicht. Als weiterführende risikoangepasste Therapie wurde eine Strahlentherapie mit oder ohne Operation oder eine Chemostrahlentherapie in unterschiedlicher Dosierung durchgeführt. Nach zwei Jahren waren gut 91 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch am Leben, davon fast alle, ohne dass die Erkrankung weiter vorangeschritten war. Die guten Überlebenszeiten wurden in allen Behandlungsgruppen der risikoadaptierten Therapie erreicht. Ob bei der neoadjuvanten Immunchemotherapie ein tiefes Ansprechen erreicht wurde oder nicht, hing womöglich davon ab, ob der Tumor viel PD-L1 bildete oder nicht – die Unterschiede zwischen Tumoren mit wenig und viel PD-L1 waren da, erwiesen sich aber als nicht signifikant.

Eine neoadjuvante Immunchemotherapie mit einem PD1-Blocker und platinbasierter Chemotherapie mit anschließender risikoangepasster Weiterbehandlung stellten sich in dieser Studie bei Personen mit lokoregional fortgeschrittenem HPV-positivem Mundrachenkrebs als wirkungsvoll und weitgehend verträglich heraus. Die damit erreichten Überlebenszeiten waren gut, so das Fazit im Studienbericht.

 

Quelle:

Rosenberg AJ et al. Neoadjuvant Nivolumab Plus Chemotherapy Followed By Response-Adaptive Therapy for HPV+ Oropharyngeal Cancer OPTIMA II Phase 2 Open-Label Nonrandomized Clinical Trial. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 6. Juni 2024, doi:10.1001/jamaoncol.2024.1530

 

(KvK)

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