Immuntherapie bei malignem Melanom unter Alltagsbedingungen

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Für Patienten mit metastasiertem schwarzem Hautkrebs ergeben sich deutliche Überlebensvorteile, wenn sie mit PD-1-Blockern behandelt werden können.

In klinischen Phase III-Studien, also unter vordefinierten Bedingungen, konnten durch die Immuntherapie mit Checkpoint-PD-1-Blockern die Überlebensaussichten von Patienten mit metastasiertem malignem Melanom erheblich verbessert werden. Doch wie sieht es mit der Wirksamkeit dieser Therapie unter Alltagsbedingungen in der medizinischen Praxis aus? Dieser Frage gingen Wissenschaftler in einer rückblickenden Analyse nach und berichteten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Acta Oncologica.

Die Forscher bezogen die Daten von 116 Patienten ein, die an metastasiertem oder inoperablem schwarzem Hautkrebs erkrankt und mit einem PD-1-Hemmer behandelt worden waren. Nach einem Jahr waren 70 Prozent der Patienten noch am Leben, die Hälfte der Patienten lebte 28 Monate und länger. Dies ist bei der Erkrankung, die im metastasierten Stadium vor Einführung der Immuntherapie oft innerhalb weniger Monate zum Tode führte, ein enormer Fortschritt und glich den Überlebensdaten aus den klinischen Studien (Gesamtüberleben von rund 70 Prozent nach einem Jahr). Eine besonders gute Prognose hatten Patienten, bei denen der Tumor eine sogenannte BRAF V600-Mutation in seinen Zellen aufwies. Weniger profitierten hingegen Patienten mit einem schlechten allgemeinen Gesundheitszustand und Patienten mit Hirnmetastasen. 

Die Immuntherapie ging mit Nebenwirkungen einher, immunvermittelte Nebenwirkungen Grad 3 oder 4 kamen bei knapp 13 Prozent der Patienten vor. Das Auftreten immunvermittelter Nebenwirkungen war mit einer besseren Prognose verbunden, wobei die Schwere der Probleme keine Rolle spielte.

Die Effizienz und Sicherheit erwiesen sich bei den untersuchten Patienten unter Alltagsbedingungen den aus klinischen Studien berichteten vergleichbar, so das Fazit der Studienautoren. Durch die Immuntherapie mit PD-1-Hemmern ließen sich deutliche Überlebensvorteile für Patienten mit metastasiertem Melanom erzielen.

 

Quelle:

Arheden A et al. Real-world data on PD-1 inhibitor therapy in metastatic melanoma. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 31. Mai 2019, DOI: 10.1080/0284186X.2019.1620966

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Zurück

Aktualisiert am: 15.09.2019 21:08