Immuntherapie bei Hirnmetastasen

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In Kombination mit Strahlentherapie offenbar vorteilhaft.

Bei schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom, der bereits Tochtergeschwülste, Metastasen, im Gehirn gebildet hat, kann mithilfe einer Immuntherapie eine gute lokale Kontrolle der Metastasen erreicht werden, wie sich in Studien gezeigt hatte. Nun erbrachte eine Untersuchung, dass das offenbar nicht nur für das Melanom, sondern auch für andere Krebsarten gilt. Die Ergebnisse der Untersuchung erschienen in der Fachzeitschrift JAMA Network Open.

In dieser Studie wurden die Daten von 3.112 erwachsenen Patienten ab 19 Jahren berücksichtigt, die zwischen 2010 und 2016 in einer Datenbank erfasst worden waren. Die Patienten litten an nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, Brustkrebs, Melanom, Darmkrebs oder Nierenkrebs und wiesen zum Zeitpunkt der Diagnose Hirnmetastasen auf. Wegen der Grunderkrankung wurden sie operiert. Ein Teil von ihnen erhielt unter anderem eine Immuntherapie, oft in Kombination mit Chemo- und/oder Strahlentherapie.

Es zeigte sich, dass die Patienten, die eine Immuntherapie erhalten hatten, doppelt so hohe Gesamtüberlebenszeiten aufwiesen wie Patienten, die keine Immuntherapie erhalten hatten. Dies galt im Besonderen für die Kombination von Strahlentherapie und Immuntherapie im Vergleich zur alleinigen Strahlentherapie. Keine Extraeffekte zeigten sich in der Multivarianzanalyse, in der verschiedene potentielle Einflussfaktoren berücksichtigt werden, bei einer Kombination von Chemotherapie und Immuntherapie oder Chemostrahlentherapie und Immuntherapie.

Offenbar könne bei Hirnmetastasen die Zugabe einer Immuntherapie zur Strahlentherapie die Prognose verbessern, wenn der Ursprungstumor zuvor operiert wurde, so die Interpretation der Studienautoren.

 

Quelle:

Amin S et al. Association of Immunotherapy With Survival Among Patients With Brain Metastases Whose Cancer Was Managed With Definitive Surgery of the Primary Tumor. JAMA Network Open 2020;3(9):e2015444

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 29.10.2020 16:41