Immuntherapie bei gynäkologischen Tumoren

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Spielt bei fortgeschrittenen Tumoren zunehmend eine Rolle.

Bei gynäkologischen Krebserkrankungen wie Eierstock- oder Gebärmutterkörperkrebs spielen zunehmend auch Immuntherapien eine Rolle. Vor allem sogenannte Immuncheckpointhemmer von PD1 und PD-1 können Wirksamkeit erzielen. Darauf verweisen Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Im Fokus Onkologie.

Checkpoint-PD1- und –PD-L1-Blocker bewirken eine verstärkte Immunantwort gegen den Krebs. PD-L1 (programmed death-ligand 1) beispielsweise ist ein Oberflächeneiweiß, das gemeinsam mit seiner Bindungsstelle, Rezeptor genannt, an der Modulation der Immunantwort beteiligt ist. Der PD-1-Rezeptor findet sich auf Immunzellen. Bindet sich PD-L1 an seinen Rezeptor, wird die Immunantwort gehemmt. Wenn nun die Krebszellen ebenfalls viel PD-L1 bilden, können sie die körpereigene Immunabwehr drosseln, was ihnen zugutekommt: Sie können, ungehindert vom Immunsystem, weiter wachsen. Werden Antikörper gegen PD-L1 oder PD1 eingesetzt, die die Bindung von PD-L1 verhindern, kann die Immunantwort gegen den Krebs angekurbelt werden.

Voraussetzung für eine gute Wirksamkeit von solchen Checkpointblockern ist, dass die Krebs- und Immunzellen viel PD1 oder PD-L1 ausbilden. Wenn Tumoren auf die Immuntherapie ansprechen, kann in vielen Fällen ein lang anhaltendes Ansprechen erreicht werden, sodass die Krankheit über teils lange Zeiträume gestoppt werden kann. Jedoch sind es immer noch zu wenige Patientinnen, bei denen die Wirkstoffe, wenn sie einzeln eingesetzt werden, wirken. Deshalb werden in aktuellen klinischen Studien vor allem Kombinationen von Immunwirkstoffen getestet.

 

Quelle:

Busse A & Letsch A. Rolle der Immuntherapie bei gynäkologischen Tumoren. Wann, wo und wie einsetzen? Im Fokus Onkologie 2021; 24(1):14-8

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 23.09.2021 17:28