Immuntherapie bei fortgeschrittenem Merkelzellkarzinom

Im frühen Stadium ist die Operation die Therapie der Wahl. Bei metastasiertem Merkelzellkarzinom hat sich in der jüngsten Vergangenheit die Immuntherapie als wirksame Option erwiesen.

Das Merkelzellkarzinom ist ein selten vorkommender, äußerst aggressiver Hauttumor, der vor allem ältere Menschen betrifft. Nach der Operation sollte deshalb immer auch eine unterstützende, sogenannte adjuvante Strahlentherapie durchgeführt werden, um die Gefahr eines Rückfalls zu senken. Darüber wird in einem Artikel in der Fachzeitschrift Der Onkologe berichtet.

Es wird davon ausgegangen, dass Merkelzellkarzinome von Vorläufern der sogenannten Merkelzellen ausgehen. Letztere befinden sich in einer bestimmten Hautschicht und im Epithel der Haarfollikel und dienen der Wahrnehmung von Druck und Berührung. Die Tumoren wachsen in der Regel schnell, treten einzeln in der Haut oder Unterhaut auf. Sie fallen als rote bis bläuliche Knoten auf. Betroffen sind meist Hautbereiche, die der Sonne ausgesetzt sind, vor allem der Kopf-Halsbereich, seltener Arme und Beine oder der Körperstamm. Wissenschaftler vermuten, dass das UV-Licht eine wesentliche Rolle bei der Entstehung der Tumoren spielt. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 75 bis 80 Jahren.

Merkelzellkarzinome neigen dazu, sich schon frühzeitig über die Lymphwege in den Körper auszubreiten. Die wichtigste Therapiemaßnahme für eine Heilung ist deshalb die operative Entfernung des Tumors mit einem möglichst großen Sicherheitsabstand. Anschließend wird eine adjuvante Strahlentherapie empfohlen, um das Rückfallrisiko zu senken. Wenn sich ein Tumor bereits mit Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, im Körper ausgebreitet hat, ist eine Operation oft nicht mehr möglich. Dann werden eine Strahlentherapie oder eine systemische, also im ganzen Körper wirkende Therapie empfohlen. Hier spielte lange Zeit vor allem die Chemotherapie die größte Rolle. In neueren Studien wurden vielversprechende Ergebnisse mit der Immuntherapie mit sogenannten PD-1- oder PD-L1-Checkpointblockern erzielt. Zwar sprechen prinzipiell nicht mehr Patienten auf die Immuntherapie an als auf die Chemotherapie, jedoch ist die Dauer des Ansprechens oft deutlich länger. Deshalb wird mittlerweile empfohlen, Patienten mit metastasiertem Merkelzellkarzinom die Immuntherapie als erste Option in der systemischen Therapie anzubieten.

 

Quelle:

Drusio C. et al. Merkelzellkarzinom. Der Onkologe 2018, 12:1037-49

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 16.11.2019 18:05