Immuntherapie bei fortgeschrittenem Magenkrebs

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Unter bestimmten Umständen gut wirksam, unabhängig davon, wann sie eingesetzt wird.

Für Patienten mit fortgeschrittenem Magenkrebs oder fortgeschrittenem Krebs am Übergang von der Speiseröhre zum Magen, bei dem eine sogenannte Mikrosatelliteninstabilität vorliegt, lohnt es sich, eine Immuntherapie mit einem Checkpoint-PD1-Blocker durchzuführen. Das zeigen die Ergebnisse einer Kohortenstudie, die in der Fachzeitschrift JAMA Oncology veröffentlicht wurden.

In der Studie wurden Ergebnisse aus mehreren Phase II- und III-Studien zusammengefasst, in denen Patienten mit fortgeschrittenem Magenkrebs oder fortgeschrittenem Krebs am Übergang von der Speiseröhre zum Magen mit Mikrosatelliteninstabilität eine Therapie mit einem PD1-Blocker allein oder mit Chemotherapie erhielten. Bei einer Mikrosatelliteninstabilität sind die Reparaturproteine defekt, die normalerweise Ablesefehler beim Vervielfältigen der DNA korrigieren. Werden diese Fehler nicht mehr behoben, häufen sie sich an – so wie im Tumorgewebe, was als Mikrosatelliteninstabilität erkennbar wird. Wenn eine solche Mikrosatelliteninstabilität vorliegt, kann eine Immuntherapie mit einem PD1-Blocker bei Magenkrebs oder fortgeschrittenem Krebs am Übergang von der Speiseröhre zum Magen eingesetzt werden.

In den nun zusammengefassten Studien war die Immuntherapie in verschiedenen Therapielinien eingesetzt worden, sowohl in der Erst-, als auch in der Zweit- und Drittlinientherapie oder sogar noch später. Das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, verlängerte sich infolge der Immuntherapie mit oder ohne Chemotherapie signifikant, ebenso verbesserten sich das Gesamtüberleben und die Rate objektiven Ansprechens.

Nach Ansicht der Studienautoren sei der Faktor Mikrosatelliteninstabilität bei Patienten mit fortgeschrittenem Magenkrebs oder fortgeschrittenem Krebs am Übergang von der Speiseröhre zum Magen ein wichtiger Biomarker dafür, ob eine Immuntherapie mit einem PD1-Blocker erfolgreich eingesetzt werden könne oder nicht, unabhängig davon, ob es sich um die Ersttherapie oder eine spätere Therapie handele.

 

Quelle:

Chao J et al. Assessment of Pembrolizumab Therapy for the Treatment of Microsatellite Instability–High Gastric or Gastroesophageal Junction Cancer Among Patients in the KEYNOTE-059, KEYNOTE-061, and KEYNOTE-062 Clinical Trials. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 1. April 2021, doi:10.1001/jamaoncol.2021.0275

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 24.09.2021 14:31