Immuntherapie bei fortgeschrittenem Darmkrebs

Nachricht vom 04.03.2023

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Unter bestimmten Umständen kann eine Immuncheckpointblockade ein stabiles Ansprechen hervorrufen.

Bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Darmkrebs kann eine Immuntherapie mit einem PD1-Blocker stabile Ansprechraten hervorrufen. Dies bestätigte sich jetzt in der endgültigen Analyse der Studie, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer veröffentlicht wurden.

Eine Voraussetzung für die gute Wirksamkeit des PD1-Blockers bei Darmkrebs ist, dass der Tumor eine sogenannte Mikrosatelliteninstabilität bzw. Mismatch-Reparatur-Defizienz aufweist, bei der durch zum Beispiel Chemotherapie verursachte DNA-Schäden nicht mehr repariert werden können und die Krebszellen absterben. Die Teilnehmer der Studie wiesen Tumoren mit Mikrosatelliteninstabilität bzw. Mismatch-Reparatur-Defizienz auf, die zum Beispiel aufgrund lokalen Ausdehnung nicht mehr operiert werden konnten oder mit Metastasen schon in andere Organe gestreut hatten. Alle Patienten hatten bereits systemische, also im ganzen Körper wirkende Therapien hinter sich. Nun erhielten sie eine Immuntherapie mit dem PD1-Blocker alle drei Wochen über maximal 35 Zyklen. 

Für einen Teil der Patienten war es die zweite systemische, also im ganzen Körper wirkende Therapie, für andere schon die dritte. Rund ein Drittel der Patienten sprach auf die Behandlung mit einer sogenannten objektiven Response an. Bei der Hälfte der Patienten schritt die Krankheit nach zwei bis vier Monaten weiter voran. Die Hälfte der Patienten war nach drei bis vier Jahren noch am Leben. Einige Patienten, die zunächst auf die Therapie ansprachen, dann aber nach deren Beendigung wieder ein Voranschreiten des Tumors erlebten, erhielten die Immuntherapie ein zweites Mal. 

In dieser Studie zeigte sich bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Darmkrebs mit Mikrosatelliteninstabilität bzw. Mismatch-Reparatur-Defizienz eine gute und stabile Wirksamkeit der Immun-PD1-Checkpointblockade gegen den Tumor, ein verlängertes Gesamtüberleben und eine gute Beherrschbarkeit von Nebenwirkungen, so die Zusammenfassung der Studienautoren. 

 

Quelle:

Le DT et al. Pembrolizumab for previously treated, microsatellite instability–high/mismatch repair–deficient advanced colorectal cancer: final analysis of KEYNOTE-164. European Journal of Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 24. Februar 2023, DOI:https://doi.org/10.1016/j.ejca.2023.02.016

 

(KvK)

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