Immuntherapie bei Angiosarkom?

Nachricht vom 16.07.2022

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Bei fortgeschrittener Erkrankung könnte die Immuntherapie mit einem Checkpointblocker eine vielversprechende Therapieoption sein.

Bei Angiosarkomen, bösartigen Tumoren, die von der inneren Schicht der Blutgefäße ausgehen, kann womöglich eine Immuntherapie mit einem Checkpoint-PD1-Blocker vorteilhaft sein. Diesen Schluss lassen die Ergebnisse einer rückblickenden Untersuchung eines Datenregisters zu, die in der Fachzeitschrift Cancer veröffentlicht wurden.

Ausgewertet wurden die Daten der The University of Texas MD Anderson Cancer Center Tumor Registry Datenbank. Die Patienten, deren Daten in die aktuelle Analyse einbezogen wurden, waren versuchsweise mit einem PD1-Blocker behandelt worden. Bei fast drei Viertel von ihnen hatte sich der Krebs bereits von seinem Ursprungsort hinaus in andere Organe ausgebreitet und dort Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, gebildet. Die meisten Patienten hatten bereits mindestens zwei unterschiedliche Behandlungen hinter sich, bevor sie den PD1-Blocker erhielten.

Bei mehr als der Hälfte von ihnen konnte die Krankheit durch die PD1-Blockertherapie unter Kontrolle gebracht werden. Die Immuntherapie wirkte offenbar sowohl bei Angiosarkomen der Haut, als auch bei Angiosarkomen innerer Organe. Nach Ansicht der Studienautoren war eine vielversprechende Wirkung des PD1-Blockers ablesbar. In weiteren Untersuchungen müsse überprüft werden, ob eine Immuncheckpointblockade einzeln oder in Kombination eine gute Option für Patienten mit fortgeschrittenem Angiosarkom sein könnte. 

 

Quelle:

Ravi V et al. Clinical activity of checkpoint inhibitors in angiosarcoma: A retrospective cohort study. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 6. Juli 2022, https://doi.org/10.1002/cncr.34370

 

(KvK)

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