Immuntherapie – Auch bei Brustkrebs?

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Bei fortgeschrittenem Brustkrebs kann eine Zugabe eines Immuncheckpointblockers zu einer Antikörpertherapie offenbar die Aussichten verbessern. 

Neuartige Immuntherapien sind in der Krebstherapie derzeit in aller Munde und können bei zahlreichen Krebsarten erhebliche Behandlungsfortschritte erzielen. Nun findet ihre Anwendung womöglich auch bei Brustkrebs Einkehr, wie aus Studienergebnissen, die auf dem diesjährigen San Antonio Breast Cancer Symposium Anfang Dezember vorgestellt wurden, hervorgeht.

In dieser Studie wurde bei Patientinnen mit fortgeschrittenem HER2-positivem Brustkrebs, die auf eine HER2-Blockade allein nicht mehr ansprachen, eine Kombination des HER2-Blockers Trastuzumab mit dem Immuncheckpointblocker Pembrolizumab getestet. Bei etwa jeder vierten bis fünften Brustkrebspatientin bildet der Tumor verstärkt den sogenannten epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor HER2 aus. Bindet sich der Antikörper Trastuzumab an diesen Rezeptor, bleiben Wachstumssignale an die Krebszellen aus und das Tumorwachstum stoppt oder verlangsamt sich. Doch entwickeln die Tumoren im Laufe der Zeit nicht selten Resistenzmechanismen gegen die Therapie, sodass Trastuzumab nicht mehr ausreichend wirkt. In diesem Falle kann die zusätzliche Gabe des PD1-Checkpointblockers Pembrolizumab helfen, die Resistenz zu überwinden, so die Hoffnung der Forscher im Vorfeld zweier erster Studien.

Ihrer Annahme gingen Loi und Kollegen in zwei ersten Studien mit 58 bzw. 52 Brustkrebspatientinnen nach, deren Tumor trotz Trastuzumabtherapie weiter vorangeschritten war. Die Patientinnen erhielten zusätzlich zu Trastuzumab alle drei Wochen den PD1-Blocker Pembrolizumab – so lange, bis die Krankheit weiter voranschritt, oder maximal zwei Jahre lang. Bei jeder fünften Patientin konnte auf diese Weise die Krankheit unter Kontrolle gebracht werden, 15 Prozent der Patientinnen sprachen gut auf die Therapie an. Patientinnen, deren Krebszellen besonders viel PD-L1 („Ligand“ als Bindungseiweiß von PD-1) bildeten und sogenannte tumorinfiltrierende Lymphozyten (TILs) aufwiesen, sprachen besonders gut auf die Behandlung an. Bei elf Prozent der Patientinnen war der Tumor zum Zeitpunkt der Datenanalyse noch immer nicht weiter vorangeschritten. Die Kombinationstherapie aus Trastuzumab und Pembrolizumab erwies sich als gut verträglich.

 

Quelle:

Loi S et al. Phase Ib/II study evaluating safety and efficacy of pembrolizumab and trastuzumab in patients with trastuzumab-resistant HER2-positive metastatic breast cancer: Results from the PANACEA (IBCSG 45-13/BIG 4-13/KEYNOTE-014) study. San Antonio Breast Cancer Symposium, 5.-9. Dezember 2017

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 19.10.2018 15:04