Immunsystem kontra HPV-assoziierten Mundrachenkrebs

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Eine Infektion mit HPV16 in den Tumorzellen ruft bei Mundrachenkrebs offenbar das Immunsystem auf den Plan. Mit Erfolg: Die Überlebensaussichten sind dann besser.

Humane Papillomviren (HPV) können nicht nur im Genitaltrakt Krebs verursachen, sondern auch im Mund- und Halsbereich. Bei Plattenepithelkarzinomen im Mundrachen (Oropharynx) kommen sie immer häufiger vor. Die Prognose ist bei diesen infizierten Tumoren signifikant besser als bei Tumoren, die nicht mit HPV-Infektionen in Verbindung stehen. Dem Grund dafür gingen Wissenschaftler in einer Studie nach und berichteten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Acta Oncologica.

Ausgewertet wurde der Krankheitsverlauf bei 136 Patienten mit einem Plattenepithelkarzinom des Kehlkopfes, des unteren Rachens der Mundhöhle und des Mundrachens. Es stellte sich heraus, dass Patienten mit Oropharynxkarzinom, also Krebs des Mundrachens, signifikant bessere Überlebenschancen hatten, wenn im Tumorgewebe HPV16 nachweisbar war: Von diesen Patienten waren nach fünf Jahren 85 Prozent noch am Leben, von denen ohne HPV16-Nachweis 43 Prozent. Der positive HPV16-Befund war mit einer erhöhten Einwanderung von B- und T-Lymphozyten des Immunsystems verbunden. 

Dies, so die Forscher, könnte auch ein Grund für die besseren Überlebenschancen sein: Die Immunzellen sind aktiviert und bekämpfen die Krebszellen, das Immunsystem arbeitet aktiv gegen den Krebs an.

 

Quelle:

Schneider, K et al. Immune cell infiltration in head and neck squamous cell carcinoma and patient outcome: a retrospective study. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 1. März 2018, https://doi.org/10.1080/0284186X.2018.1445287

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 18.09.2018 17:34