Immunantwort gegen Darmkrebs

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Ist das Immunsystem gegen den Tumor aktiviert, sind die Überlebensaussichten besser. Das kann mit einem Biomarker sogar gemessen werden.

Wird das körpereigene Immunsystem gegen Darmkrebs aktiviert, sind die Überlebensaussichten besser. Eine solche Immunantwort auf den Krebs lässt sich offenbar an der Konzentration des Botenstoffs Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha) ablesen, der von aktivierten T-Zellen abgegeben wird. Dies berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift The Journal of Clinical Investigation.

Bereits früher hatten Studien gezeigt, dass Darmkrebspatienten bessere Überlebensaussichten haben, wenn sich im Tumorgewebe erhöhte Konzentrationen bestimmter Immunzellen, sogenannter zytotoxischer T-Zellen, finden. Ein direkter Nachweis zwischen der Aktivität dieser Zellen und der Prognose fehlte bislang jedoch, sodass nicht ausgeschlossen werden konnte, dass diese Zellen nur „zufällig“ bei eher weniger aggressiven Tumoren vorhanden sind.

In der aktuellen Studie fanden die Forscher immer dann erhöhte Konzentrationen von TNF-alpha vor, wenn durch den Tumor aktivierte T-Zellen vermehrt im Krebsgewebe vorhanden waren. Der Botenstoff eignet sich offenbar auch als Biomarker für die Prognose bei Darmkrebs: Anhand der TNF-alpha-Werte ließen sich genau die Patienten identifizieren, die zehn Jahre nach der Krebsdiagnose noch am Leben waren und als geheilt galten. Nach Ansicht der Studienautoren könne der Krankheitsverlauf präziser vorhergesagt werden, wenn künftig TNF-alpha anstelle der T-Zellen gemessen würde. Außerdem lohne es offenbar, Immuntherapien gegen den Krebs zu entwickeln, die die zytotoxischen T-Zellen aktivieren. 

 

Quelle:

Reissfelder, C. et al.: Tumor-specific cytotoxic T lymphocyte activity determines colorectal cancer patient prognosis. The Journal of Clinical Investigation, Onlinevorabveröffentlichung am 3. Februar 2015, doi.org/10.1172/JCI74894

(kvk)

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Aktualisiert am: 27.06.2017 17:13