Immunabwehr bei triple-negativem Brustkrebs im Frühstadium

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Tumorinfiltrierende Lymphozyten sind ein gutes Zeichen.

Wenn Lymphozyten, also Abwehrzellen des Immunsystems, einen bösartigen Brusttumor infiltrieren, ist das ein gutes Zeichen. Die körpereigene Immunabwehr setzt sich dann offensichtlich mit den Krebszellen auseinander, und die Überlebenschancen verbessern sich. Diese Annahme trifft bei triple-negativem Brustkrebs im Frühstadium zu, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology berichteten.

Die Forscher werteten die Daten von insgesamt 2.148 Patientinnen mit frühem triple-negativem Brustkrebs aus neun Studien aus. Beim dreifach negativen (triple-negativen) Brustkrebs befinden sich auf der Oberfläche der Krebszellen keine Bindungsstellen (Rezeptoren) für die Hormone Östrogen oder Progesteron, auch der humane epidermale Wachstumsfaktor-Rezeptor Typ 2 (HER2) ist nicht ausgeprägt. Die Tumoren werden deshalb als Hormonrezeptor-negativ und HER2-negativ bezeichnet. Oft wachsen triple-negative Tumoren rasch und aggressiv, auf eine antihormonelle Behandlung oder eine Therapie mit HER2-Antikörpern sprechen sie nicht an. In den Studien waren die Patientinnen nach der Operation mit einer unterstützenden (adjuvanten) Chemotherapie behandelt worden.

Etwas mehr als drei Viertel der Patientinnen wiesen mindestens ein Prozent oder mehr tumorinfiltrierende Lymphozyten (TIL) auf, der Durchschnittswert der TIL lag bei 23 Prozent. Die Anzahl von TIL war bei Frauen im höheren Lebensalter, bei größeren Tumoren, bei einer größeren Lymphknotenbeteiligung und einem schlechteren Tumorgrad signifikant erniedrigt. 

Patientinnen mit mehr TIL hatten eine signifikant bessere Prognose, die Krankheit schritt seltener voran und die Überlebenszeiten verlängerten sich. Von den Frauen, bei denen noch keine Lymphknoten befallen waren und die mindestens 30 Prozent TIL aufwiesen, waren nach drei Jahren noch 99 Prozent am Leben, nur bei drei Prozent hatten sich Metastasen in anderen Organen gebildet, bei 92 Prozent war die Krankheit nicht weiter vorangeschritten.

Patientinnen mit triple-negativem Brustkrebs im Frühstadium haben nach einer adjuvanten Chemotherapie eine besonders gute Prognose, wenn sich tumorinfiltrierende Lymphozyten bei ihnen nachweisen lassen, so die Schlussfolgerung der Studienautoren.

 

Quelle:

Loi S et al. Tumor-Infiltrating Lymphocytes and Prognosis: A Pooled Individual Patient Analysis of Early-Stage Triple-Negative Breast Cancers. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 16. Januar 2019, DOI: 10.1200/JCO.18.01010

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 24.08.2019 14:03