HPV und Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs

Nachricht vom 02.08.2022

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Verschiedene HP-Virustypen gehen mit einem erhöhten Risiko für hochgradige Krebsvorstufen einher.

Humane Papillomviren (HPV) gelten als Hauptverursacher von Gebärmutterhalskrebs, weshalb zur frauenärztlichen Vorsorgeuntersuchung mittlerweile ein Test auf Vorliegen einer HPV-Infektion gehört. Besonders im Visier sind die HPV-Typen 16 und 18. Doch auch andere HPV-Typen können das Risiko, dass sich aus Vorstufen Gebärmutterhalskrebs entwickelt, erhöhen. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention.

Die Forscher werteten die Daten von 343 Patientinnen aus, bei denen eine frauenärztliche Untersuchung mit Spiegelung des Gebärmutterhalses (Kolposkopie) durchgeführt wurde. Dabei fanden sich in 117 Fällen leichtgradige Veränderungen der Schleimhaut, eine sogenannte zervikale intraepitheliale Neoplasie CIN1. Bei solchen frühen Schleimhautveränderungen ist eine Behandlung noch nicht notwendig, sie sollten jedoch beobachtet werden, um einen eventuellen Übergang in eine stärkere Veränderung CIN2 oder 3 rechtzeitig zu erkennen. CIN3 gelten als hochgradige Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs. Bei den übrigen 226 Patientinnen in der Studie war die Schleimhaut in der Gewebeuntersuchung unauffällig. Alle Patientinnen wurden zudem auf das Vorliegen einer HPV-Infektion untersucht und nach der Untersuchung fünf Jahre lang beobachtet.

Bei sieben Prozent der Patientinnen mit CIN1 entwickelte sich im Studienverlauf eine CIN2 oder mehr. Das Risiko für diese Entwicklung war bei Vorliegen einer HPV16-Infektion am größten. Aber auch andere HPV-Typen waren mit einem erhöhten Risiko dafür verbunden, dass eine CIN1-Veränderung in den folgenden fünf Jahren in CIN2 oder mehr überging, etwa HPV 33 und 58. 

Die Untersuchung bestätige, dass beim frauenärztlichen Screening nicht nur auf HPV16/18, sondern auch auf andere HPV-Typen geachtet werden müsse, so die Studienautoren. Auch sie können dazu führen, dass sich aus zunächst harmlosen Schleimhautveränderungen schwerere Krebsvorstufen und schließlich Gebärmutterhalskrebs entwickeln.

 

Quelle:

Bukowski A et al. Extended Human Papillomavirus Genotyping to Predict Progression to High-Grade Cervical Precancer: A Prospective Cohort Study in the Southeastern United States. Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention, Onlinevorabveröffentlichung am 11. Juli 2022, https://doi.org/10.1158/1055-9965.EPI-22-0054

 

(KvK)

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