HPV-Test aussagekräftiger für die Zukunft?

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Wenn der HPV-Test negativ ausfällt, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Krebsvorstufe in den nächsten vier Jahren geringer als bei einem negativen Befund im Pap-Test.

Wenn bei einer gynäkologischen Screeninguntersuchung der Test auf eine Infektion mit krebserregenden humanen Papillomviren (HPV) negativ ausfällt, also keine solche Infektion vorliegt, ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass vier Jahre später eine Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs, eine sogenannte zervikale intraepitheliale Neoplasie Grad 3 oder schlechter (CIN3+), diagnostiziert wird, geringer, als wenn sich in der Ausgangsuntersuchung ein negativer Befund bei der zytologischen Pap-Untersuchung ergibt. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie in der Fachzeitschrift JAMA hervor.

In die kanadische Studie wurden 19.009 Frauen im Alter von 25 bis 65 Jahren eingeschlossen, bei denen in den fünf Jahren zuvor keine CIN2+ und kein Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert worden war. Sie erhielten eine gynäkologische Screeninguntersuchung, bei der entweder ein HPV-Test oder ein Pap-Test durchgeführt wurde. Fiel der HPV-Test negativ aus, lag also keine Infektion mit HP-Viren vor, wurden sie nach 48 Monaten erneut untersucht. Die Frauen mit Pap-Test wurden bei negativem Befund 24 Monate später erneut untersucht, fiel auch dieser Test negativ aus, fand eine weitere Untersuchung nach 48 Monaten statt. Bei der Untersuchung nach 48 Monaten wurden bei allen Frauen sowohl ein HPV-Test als auch ein Pap-Test durchgeführt.

Bei der Untersuchung nach 48 Monaten fanden sich in der HPV-Gruppe signifikant weniger Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs, also sowohl CIN2+ als auch CIN3+, als in der Pap-Gruppe. Die Rate von CIN3+ betrug in der ursprünglich mit HPV-Test untersuchten Gruppe 2,3 pro 1.000 Frauen, in der mit Pap-Test untersuchten Gruppe 5,5 pro 1.000 Frauen. Die Raten an CIN2+ lagen bei 5,0 pro 1.000 Frauen in der HPV-Gruppe und 10,6 pro 1.000 Frauen in der Pap-Gruppe. Auch die Häufigkeit der während der vier Jahre aufgetretenen Fälle von CIN3+ war unter den Frauen, die beim Ausgangstest einen negativen HPV-Befund hatten, signifikant geringer als unter den Frauen, die in der Ausgangsuntersuchung einen negativen Pap-Befund aufwiesen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass innerhalb von vier Jahren keine Gebärmutterhalskrebsvorstufe auftritt, ist also höher, wenn keine Infektion mit krebserregenden HP-Viren vorliegt, als wenn in der Pap-Untersuchung alles in Ordnung ist, so die Interpretation der Studienautoren. Ob sich das auch auf Gebärmutterhalskrebs selbst übertragen lässt, kann mit den bisherigen Studiendaten allerdings noch nicht beantwortet werden.

 

Quelle:

Ogilvie G. S et al. Effect of Screening With Primary Cervical HPV Testing vs Cytology Testing on High-grade Cervical Intraepithelial Neoplasia at 48 Months. The HPV FOCAL Randomized Clinical Trial. JAMA 2018;320(1):43-52

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 25.09.2018 17:42