HPV-Nachweis bei Speiseröhrenkrebs

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Die Prognose ist offenbar besser, wenn die Viren nachgewiesen werden.

Bei Adenokarzinomen der Speiseröhre und ihrer Vorstufe, dem sogenannten Barrett-Ösophagus, besteht eine bessere Prognose, wenn sich eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) im Tumorgewebe nachweisen lässt. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift JAMA Network Open.

Der Barrett-Ösophagus gilt als Risikofaktor für Speiseröhrenkrebs. Durch eine anhaltende Entzündung der Schleimhaut in der Speiseröhre kommt es zu geschwürigen Veränderungen, die schließlich bösartig werden können. Ausgelöst wird die Krankheit durch wiederholten Reflux, bei dem regelmäßig Speisebrei vom Magen zurück in die Speiseröhre fließt (Sodbrennen).

In der aktuellen rückblickenden Fall-Kontrollstudie wurden die Daten von 142 Patienten im Durchschnittsalter von 66 Jahren ausgewertet, die an einer hochgradigen Schleimhautveränderung (Barrett) oder einem Adenokarzinom der Speiseröhre erkrankt waren. Bei 37 von ihnen wurde eine HPV-Infektion nachgewiesen, bei den übrigen nicht. In den meisten Fällen handelte es sich bei den nachgewiesenen HPV-Typen um HPV16.

Die Patienten mit HPV-positivem Tumor lebten signifikant länger krankheitsfrei als die Patienten mit HPV-negativem Tumor (40 versus 24 Monate), auch ihr Gesamtüberleben war signifikant besser (44 versus 30 Monate). Zudem erlebten sie seltener einen Rückfall, seltener auch schritt die Krankheit bei ihnen weiter voran oder metastasierte in andere Organe. 

Offenbar, so die Schlussfolgerung der Studienautoren, sei eine HPV-Infektion bei Adenokarzinom der Speiseröhre oder Barrett-Ösophagus mit einer besseren Prognose verbunden. Dies müsse in einer größeren Studie überprüft werden, um eventuell Konsequenzen für die Behandlung der betroffenen Patienten ableiten zu können.

 

Quelle:

Rajendra S et al. Survival Rates for Patients With Barrett High-grade Dysplasia and Esophageal Adenocarcinoma With or Without Human Papillomavirus Infection. JAMA Network Open 2018,1(4):e181054. doi:10.1001/jamanetworkopen.2018.1054

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Zurück

Aktualisiert am: 19.10.2018 15:04