HPV-Infektion: Prognose bei Kopf-Halstumoren besser

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Bösartige Tumoren im Kopf-Halsbereich, die mit einer HPV16-Infektion in Verbindung stehen, gehen mit einer besseren Prognose einher.

Wird bei einem bösartigen Tumor im Mundrachenraum, einem sogenannten Oropharynxkarzinom, eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) Typ 16 festgestellt, ist das für die Patienten keine schlechte Nachricht – im Gegenteil: Ihre Prognose ist dann nachgewiesenermaßen besser, als wenn keine solche Infektion vorhanden wäre. Offenbar gilt gleiches auch für andere bösartige Tumoren im Kopf-Halsbereich, wie Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift JAMA Oncology mitteilten.

Die Forscher stützten sich für ihre Analyse auf die Daten 1.054 Patienten mit Kopf-Halstumoren aus dem Raum Boston in Massachusetts, USA. Dreiviertel der Patienten waren Männer, ihr Durchschnittsalter betrug 59 Jahre. Wurde bei ihnen eine Infektion mit HPV16 (Subtypen E6 und E7) nachgewiesen, war ihre Prognose signifikant besser als bei Fehlen dieser Infektion. Dies war offenbar nicht darauf zurückzuführen, dass das körpereigene Immunsystem durch die Viren verstärkt aktiviert worden wäre, jedenfalls fehlten eindeutige Hinweise auf einen solchen Zusammenhang.

Bei allen untersuchten Tumorlokalisationen war die Prognose im Falle einer HPV16-Infektion besser: Mundrachenkrebs, Mundhöhlenkrebs, Kehlkopfkrebs. Raucher und Personen, die regelmäßig Alkohol tranken, profitierten ebenso von diesem Effekt wie Nichtraucher und Abstinenzler. 

 

Quelle:

Nelson, H. H. et al.: Immune Response to HPV16 E6 and E7 Proteins and Patient Outcomes in Head and Neck Cancer. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 8. Dezember 2016, doi:10.1001/jamaoncol.2016.4500

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.11.2017 10:40