HPV-Impfung: So früh wie möglich

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Dies kann die Entwicklung von Krebsvorstufen in der Vagina und Vulva verhindern.

Mit der Einführung der Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) verband sich die Hoffnung, nicht nur die Infektionen eindämmen zu können, sondern auch die Folgeschäden, zum Beispiel Krebsvorstufen und Krebs im Gebärmutterhals, an der Vulva oder dem Penis oder auch im Mundrachenraum. Nun wird diese Hoffnung durch neue Studiendaten aus Dänemark bestätigt, die in der Fachzeitschrift Journal of the National Cancer Institute publiziert wurden.

In der Studie wurden die Daten von allen Frauen im Alter von 17 bis 26 Jahren ausgewertet, die zur HPV-Impfung bzw. der Diagnose von Krebsvorstufen in Vulva und Vagina in den Jahren 2006 bis 2019 in Dänemark erfasst wurden. Bei den Krebsvorstufen handelt es sich um sogenannte hochgradige intraepitheliale Läsionen. Die Forscher verglichen nun, wie oft solche Läsionen bei vor dem 16. Lebensjahr geimpften Frauen und bei nicht geimpften Frauen auftraten.

Die Daten umfassten 514.537 Frauen, von denen die Hälfte vor dem 16. Lebensjahr gegen HPV geimpft worden war, knapp ein Drittel im Alter von 17 bis 26 Jahren und rund 18 Prozent überhaupt nicht. Wie sich zeigte, traten bei den im Alter bis 16 Jahre geimpften Frauen seltener Krebsvorstufen in der Vagina und Vulva auf als bei den nicht geimpften Frauen. Auch die Frauen, die zwischen dem 17. und 26. Lebensjahr geimpft worden waren, erkrankten seltener an den Krebsvorstufen, allerdings war der Effekt deutlich kleiner als bei denjenigen, die die Impfung bis zum 16. Lebensjahr erhalten hatten.

Diese Ergebnisse zeigen nach Ansicht der Studienautoren, dass die Impfung gegen HPV, wenn sie bis zum Erreichen des 16. Lebensjahres verabreicht wird und damit günstigenfalls noch vor dem ersten Geschlechtsverkehr, nicht nur die Ansteckung mit HPV erfolgreich verhindert, sondern auch die Entwicklung von Krebsvorstufen in der Vulva und Vagina.

 

Quelle:

Dehlendorff C et al. Real-world effectiveness of Human Papillomavirus vaccination against vulvovaginal high-grade precancerous lesions and cancers. Journal of the National Cancer Institute, Onlinevorabveröffentlichung am 30. Dezember 2020, djaa209, https://doi.org/10.1093/jnci/djaa209

 

(KvK)

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