HPV-Impfung schützt vor Infektion im Mundbereich

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HP-Viren verursachen auch im Mundrachen Krebserkrankungen. Die Impfung verhindert die Ansteckung in diesem Bereich.

Humane Papillomviren (HPV), bekannt für ihre krebsauslösende Wirkung im Genitalbereich, insbesondere am Gebärmutterhals bei Frauen, sind auch ein bedeutender Risikofaktor für die Entstehung von Mundrachenkrebs, sogenannten Oropharynxkarzinomen. Und so wie die HPV-Impfung vor einer Ansteckung mit den Viren im Genitalbereich schützen kann, ist dies auch für Infektionen im Mund möglich, wie aus einer Studie aus den USA in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology hervorgeht.

In die Studie wurden 2.627 Frauen und Männer im Alter von 18 bis 33 Jahren einbezogen – eine nach Ansicht der Studienautoren repräsentative Stichprobe der US-amerikanischen Bevölkerung. Sie wurden auf HPV-Infektionen im Mundbereich untersucht, außerdem wurde erfasst, ob und mit welcher Impfung sie gegen HP-Viren geimpft worden waren.

Demnach hatten zwischen 2011 und 2014 18 Prozent der Teilnehmer vor dem 26. Lebensjahr mindestens eine Dosis einer HPV-Impfung erhalten – 29 Prozent der Frauen und knapp sieben Prozent der Männer. Personen, die gegen die HP-Virustypen 16, 18, 6 und 11 geimpft worden waren, hatten signifikant seltener eine HPV-Infektion im Mundbereich (0,11% gegenüber 1,61%). Unter den geimpften Männern trat kein einziger Fall von HPV-Infektion im Mundbereich auf, von den nicht geimpften Männern waren gut zwei Prozent mit HP-Viren infiziert.

Die Studie zeige, dass die HPV-Impfung Infektionen mit krebserregenden HP-Viren im Mundbereich sicher verhindern könne, so die Studienautoren. Allerdings seien derzeit noch zu wenige Menschen, insbesondere zu wenige Männer gegen HPV geimpft, weshalb größere Effekte bezüglich Infektions- und Krebsvorbeugung in der Gesamtbevölkerung noch ausblieben. 

 

Quelle:

Chaturvedi A K et al. Effect of Prophylactic Human Papillomavirus (HPV) Vaccination on Oral HPV Infections Among Young Adults in the United States. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 28. November 2017, https://doi.org/10.1200/JCO.2017.75.0141

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 13.12.2017 17:19