HPV-Impfung künftig auch für Jungen kostenfrei

Auch Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren können künftig auf Krankenkassenkosten gegen die Infektion mit krebserregenden humanen Papillomviren geimpft werden.

Alle Kinder im Alter zwischen neun und 14 Jahren können künftig auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen gegen humane Papillomviren (HPV) geimpft werden. Der kürzlich vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) gefasste Beschluss zur Änderung der Schutzimpfungsrichtlinie wurde auf Grundlage der erweiterten Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) gefasst, die die Impfung auch für Jungen in diesem Alter anrät. Jugendliche, die das 14. Lebensjahr bereits vollendet haben, dürfen die Impfungen noch bis zum vollendeten 18. Lebensjahr nachholen.

Infektionen mit HPV sind bei Frauen und Männern weit verbreitet. Sie zählen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen, die meisten sexuell aktiven Menschen infizieren sich mindestens einmal im Leben mit den Viren. Meist handelt es sich um symptomlos vorübergehende Infektionen, die nach einem bis zwei Jahren nicht mehr nachweisbar sind. Doch können die Viren auch verbleiben und über Krebsvorstufen zu Plattenepithelkarzinomen im Anogenitalbereich oder in der Mundhöhle und im Rachen führen: Krebs im Gebärmutterhals, der Scheide und Vulva bei Frauen, am Penis bei Männern sowie im Anusbereich und Mundrachen bei beiden Geschlechtern sind die Folge.

Die beiden in Deutschland zugelassenen Impfstoffe wirken vor den wichtigsten krebserregenden HPV-Typen: Der zweivalente vor HPV 16 und 18, der neunvalente vor HPV 6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58. Die Impfung erfolgt in zwei Dosen im Abstand von mindestens fünf Monaten. Sie sollte möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen. Wenn die erste HPV-Impfung im Alter von 15 Jahren oder älter verabreicht wird, sind insgesamt drei Impfungen notwendig. Eine Nachholimpfung ist bis zum Alter von 17 Jahren empfohlen. 

Mit der Einführung der kostenlosen Impfung auch für Jungen verbindet sich das Ziel, die Infektionshäufigkeit mit HPV in der Bevölkerung zu senken und damit die Krankheitslast durch HPV- bedingte Tumoren zu verringern.

 

Quellen:

Pressemitteilung Gemeinsamer Bundesausschuss vom 20. September 2018

Wissenschaftliche Begründung für die Empfehlung der HPV-Impfung für Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Hrsg. Robert-Koch Institut Berlin, Epidemiologisches Bulletin 26/2018

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 19.10.2018 15:04