HPV-Impfung in der Schwangerschaft: Offenbar kein Problem

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In einer dänischen Studie hatte eine Impfung gegen humane Papillomviren zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs keine negativen Auswirkungen, wenn sie versehentlich in der Schwangerschaft durchgeführt wurde.

Mädchen und jungen Frauen im Alter von neun bis 26 Jahren wird die Impfung gegen krebserregende humane Papillomviren (HPV) empfohlen, um ihr Risiko für Gebärmutterhalskrebs zu senken. Wird diese Impfung versehentlich während einer Schwangerschaft verabreicht, weil die betroffene Frau zum Beispiel noch nicht weiß, dass sie schwanger ist, sind offenbar keine negativen Konsequenzen für das ungeborene Kind zu befürchten. Dies geht aus einer Studie in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine hervor.

Idealerweise, so die Impfempfehlungen, sollte die Impfung gegen HPV verabreicht werden, noch bevor die Betroffene sexuell aktiv wird, da eine Ansteckung mit den krebserregenden Viren praktisch bei jedem Geschlechtsverkehr stattfinden kann. Doch auch zu einem späteren Zeitpunkt ist die Impfung wirkungsvoll. Gelegentlich wird sie während einer schon bestehenden Schwangerschaft verabreicht, wenn die Betroffene noch nichts von ihrer Schwangerschaft weiß.

In der jetzt publizierten Studie untersuchten Wissenschaftler, ob dies ein Risiko für die Schwangerschaft darstellt. Sie berücksichtigten dafür die Daten aller Frauen, die zwischen Oktober 2006 und November 2013 in Dänemark ein Kind zur Welt brachten. 1.665 von ihnen waren versehentlich während der Schwangerschaft mit einem Vierfachimpfstoff gegen HPV geimpft worden, 6.660 nicht. Negative Auswirkungen ergaben sich infolge der Impfung nicht: Die geimpften Frauen erlitten nicht häufiger als die nicht geimpften eine Früh-, Fehl- oder Totgeburt, die Babys kamen nicht häufiger mit einem zu niedrigen Geburtsgewicht auf die Welt, und auch Geburtsdefekte waren nicht häufiger.

Die Vierfachimpfung gegen HPV zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs wirkt sich offenbar, wenn sie versehentlich während einer Schwangerschaft verabreicht wird, nicht negativ für die werdende Mutter und ihr Baby aus, so die Interpretation der Studienautoren. 

 

Quelle:

Scheller, N. M. et al.: Quadrivalent HPV Vaccination and the Risk of Adverse Pregnancy Outcomes. New England Journal of Medicine 2017, 376:1223-1233

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18