HPV bei Mundrachenkrebs immer häufiger

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Bei HPV-bedingten Tumoren hat das Geschlecht, anders als bei nicht-HPV-bedingten Tumoren, keinen Einfluss auf die Prognose.

Mundrachenkrebs (Oropharynxkarzinom), der mit krebserregenden humanen Papillomviren (HPV) in Verbindung steht, wird in den USA immer häufiger – und zwar bei beiden Geschlechtern und in allen ethnischen Gruppen. Dies hat Auswirkungen auf die Prognose, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer berichteten.

In der Studie werteten die Forscher Daten der US-amerikanischen nationalen Krebsdatenbank aus den Jahren 2010 bis 2015 mit allen Erkrankungsfällen an Mundrachenkrebs aus. Demnach waren 20.886 HPV-positive, also mit HPV infizierte, und 10.364 HPV-negative, also nicht mit HPV infizierte Fälle von Mundrachenkrebs erfasst worden. 

Der Anteil an HPV-positiven Tumoren war mit einem Anteil von rund 71 Prozent unter Männern höher als mit rund 56 Prozent unter Frauen. Bei beiden Geschlechtern nahm die Häufigkeit von HPV-infizierten Tumoren zu, bei Männern um 3,5 Prozent pro Jahr, bei Frauen um 3,2 Prozent pro Jahr. 

Bei den HPV-positiven Tumoren hatten weder das Geschlecht, noch die ethnische Herkunft Einfluss auf die Prognose. Im Gegensatz hierzu war bei HPV-negativen Tumoren das Sterberisiko für Frauen höher als für Männer und für Afroamerikaner höher als für Weiße.

Schon seit längerem spekulieren Wissenschaftler darüber, dass HPV-assoziierte Tumoren des Mundrachens andere biologische Eigenschaften haben als nicht-HPV-assoziierte. Ein Grund für diese Annahme ist die Tatsache, dass der Krankheitsverlauf bei HPV-bedingtem Mundrachenkrebs im Durchschnitt besser ist als bei nicht-HPV-bedingtem. Auch die Ergebnisse der aktuellen Studie stützen diese These.

 

Quelle:

Faraji F et al. The prevalence of human papillomavirus in oropharyngeal cancer is increasing regardless of sex or race, and the influence of sex and race on survival is modified by human papillomavirus tumor status. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 6. Dezember 2018, https://doi.org/10.1002/cncr.31841

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 22.07.2019 13:55