HP-Viren als Krebsursache

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Der Anteil, den Infektionen mit humanen Papillomviren an den hierzulande auftretenden Krebserkrankungen haben, ist nicht unbedeutend.

Humane Papillomviren (HPV) sind bedeutende Risikofaktoren für bestimmte Krebsarten. Wie Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts Berlin ausrechneten, gingen allein im Jahr 2013 von den insgesamt 482.473 in Deutschland neu aufgetretenen Krebsfällen 1,6 Prozent auf das Konto der krebserregenden Viren. Die Ergebnisse der Analyse wurden in der Fachzeitschrift BMC Cancer veröffentlicht.

So erkrankten den Krebsregistern zufolge 5.564 Männer und 10.372 Frauen an invasivem Krebs im Anogenitalbereich oder im Mundrachen – die Orte, an denen HP-Viren ihre krebsbegünstigenden Wirkungen bevorzugt entfalten. Bei Frauen waren 6.239 dieser Krebserkrankungen tatsächlich auf eine Infektion mit HPV zurückzuführen. Dies betraf in knapp 71 Prozent der Fälle Gebärmutterhalskrebs, seltener Krebs im Anus, der Vulva, der Vagina und im Mundrachenraum. Bei Männern gingen 1.358 Tumoren auf eine HPV-Infektion zurück. Am häufigsten waren dabei mit rund 47 Prozent Tumoren im Mundrachenraum, gefolgt von Anal- und Peniskrebs.

Auch wenn der größte Teil der HPV-bedingten Krebsfälle Gebärmutterhalskrebs sei – auch andere Krebserkrankungen würden nicht selten durch Infektionen mit krebserregenden HP-Viren hervorgerufen, so die Studienautoren in ihrer Bewertung. Die Untersuchung lasse vermuten, dass ein nicht unerheblicher Teil der Krebserkrankungen in Deutschland durch einen wirksamen Schutz vor HP-Viren verhindert werden könne. Mit der Impfung gegen HP-Viren ist inzwischen ein effizienter Schutz vor der Ansteckung möglich.

 

Quelle:

Buttmann-Schweiger N et al. Cancer incidence in Germany attributable to human papillomavirus in 2013. BMC Cancer 2017, 17:682

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.11.2017 17:14