Antihormontherapie bei Brustkrebs

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Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) untersucht derzeit, ob sogenannte Aromatasehemmer bei der Therapie von hormonempfindlichem Brustkrebs gegenüber anderen Wirkstoffen Vorteile bringen. Anfang April wurden die vorläufigen Ergebnisse veröffentlicht.

Dem Bericht zufolge liegen für frühe Tumorstadien der Erkrankung ausreichend Studienergebnisse vor, um einen zusätzlichen Nutzen beim Einsatz von Aromatasehemmern gegenüber insbesondere Tamoxifen feststellen zu können - die Überlebenszeiten verlängern sich und die Rückfallgefahr sinkt. Anders ist es in fortgeschrittenen Tumorstadien: Hier ließe sich anhand der bisherigen vorliegenden Daten kein Zusatznutzen für Aromatasehemmer gegenüber anderen Therapien erkennen. Das IQWiG bittet um Stellungnahmen zu seinem Vorbericht bis zum 9. Mai.

Bei frühem Brustkrebs Überlebensvorteile

Zwölf der insgesamt 19 Studien, die die Experten von IQWiG auswerteten, bezogen sich auf Brustkrebs im Frühstadium. Zudem wurden Mitteilungen und Daten von Herstellern einbezogen. Für insgesamt fünf Therapieregime sind Aromatasehemmer bei Brustkrebs im Frühstadium zugelassen. Einen Vorteil sieht der Bericht des IQWiG bei der Upfront-Therapie, bei der die Patientinnen die medikamentöse Therapie mit einem Aromatasehemmer beginnen. Hierfür zugelassen sind bislang Anastrozol und Letrozol. Für beide ergaben sich bei fünfjähriger Therapie im Vergleich zum Antiöstrogen Tamoxifen Vorteile hinsichtlich des Gesamtüberlebens und des rückfallfreien Überlebens. Als ebenfalls vorteilhaft erwies sich der Wechsel von Tamoxifen nach zwei bis drei Jahren auf die Aromatasehemmer Anastrozol oder Exemestan (Switchtherapie). Auch hier gibt es im Vergleich zur Fortführung der Tamoxifentherapie Vorteile hinsichtlich des Gesamtüberlebens und des rückfallfreien Überlebens.

Bei fortgeschrittenem Brustkrebs weitgehend unzureichende Datenlage

Für die Erstlinientherapie von fortgeschrittenem Brustkrebs sind derzeit die Aromatasehemmer Anastrozol und Letrozol zugelassen, für die Zweitlinientherapie nach Vorbehandlung mit einem Antiöstrogen die Wirkstoffe Anastrozol, Exemestan und Letrozol. Aus den bisherigen Daten ergebe sich für den Einsatz von Aromatasehemmern bei fortgeschrittenem Brustkrebs in der Erstlinientherapie kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen gegenüber einer Tamoxifentherapie. Für die Zweit- und Drittlinientherapie fehlten bislang relevante Studien, um eine Beurteilung vornehmen zu können.

 

Quellen:

Vorbericht (vorläufige Nutzenbewertung) A10-03 „Aromatasehemmer beim Mammakarzinom“ des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Version 1.0, 29. März 2016 (pdf-Datei)

Pressemitteilung des IQWiG vom 8. April 2016

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 25.05.2017 17:35