Hormonersatztherapie mit Östrogen

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Bei Frauen mit BRCA1-Mutation erhöht eine Hormonersatztherapie mit Östrogen nach vorsorglicher Entfernung der Eierstöcke das Brustkrebsrisiko nicht.

Wenn sich Frauen mit BRCA1-Mutation vorsorglich die Eierstöcke entfernen lassen und anschließend Östrogene als Hormonersatztherapie einnehmen, haben sie offenbar kein zusätzlich erhöhtes Risiko für Brustkrebs. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie in der Fachzeitschrift JAMA Oncology hervor.

Mutationen in den Brustkrebs-begünstigenden Genen BRCA1 und 2 sind nicht nur mit einem deutlich erhöhten Brustkrebsrisiko verbunden, sondern auch mit einem erhöhten Risiko für Eierstockkrebs. Aus diesem Grund ließen sich 872 Frauen, bei denen eine BRCA1-Mutation festgestellt worden war, vorsorglich beidseits die Eierstöcke entfernen. Auf den Gedanken zu einem Test waren die Studienteilnehmerinnen aus insgesamt 80 Kliniken in 17 Ländern bzw. ihre behandelnden Ärzte gekommen, weil sie entweder selbst oder enge Familienangehörige an Brust- und/oder Eierstockkrebs erkrankt waren. Für die aktuelle Analyse wurden nur die Daten von Patientinnen mit BRCA1-Mutation ausgewertet, die noch keine eigene Krebsvorgeschichte mitbrachten.

Nach der Eierstockoperation wurden die Frauen im Durchschnitt siebeneinhalb Jahre lang beobachtet (0,4-22 Jahre). Das mittlere Alter der Frauen betrug 43 Jahre. Knapp elf Prozent von ihnen erkrankten in der Beobachtungszeit an Brustkrebs. Doch die Anwendung einer Hormonersatztherapie nach der Entfernung der Eierstöcke, um die fehlenden Hormone auszugleichen, war nicht mit dem Risiko für Brustkrebs assoziiert.

Unterschiede gab es allerdings zwischen der Anwendung von allein Östrogen und einer Kombinationstherapie. So waren nach zehn Jahren Beobachtungszeit von den Frauen, die in der Hormonersatztherapie nur Östrogen anwandten, zwölf Prozent an Brustkrebs erkrankt – von denjenigen, die Östrogen und Progesteron kombinierten, jedoch 22 Prozent.

Kein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei Östrogen allein

Offenbar, so die Studienautoren, erhöhe eine alleinige Östrogenanwendung in der Hormonersatztherapie nach der prophylaktischen Entfernung der Eierstöcke bei Frauen mit BRCA1-Mutation das Risiko für Brustkrebs nicht. Dem eventuell erhöhten Risiko bei der Anwendung einer Hormonkombination mit Östrogen und Progesteron müsse in weiteren Studien nachgegangen werden.

 

Quelle:

Kotsopoulos J et al. Hormone Replacement Therapy After Oophorectomy and Breast Cancer Risk Among BRCA1 Mutation Carriers. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 19. April 2018, doi:10.1001/jamaoncol.2018.0211

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.05.2018 21:36