Hormonempfindlicher Brustkrebs: Langjähriges Rückfallrisiko

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Wenn eine adjuvante Antihormontherapie nach fünf Jahren beendet wird, ist das Rückfallrisiko lange Zeit erhöht.

Zeigt sich in den Untersuchungen, dass ein bösartiger Brusttumor empfindlich auf Östrogene reagiert, also „Östrogenrezeptor-positiv“ ist, wird den betroffenen Patientinnen in der Regel angeraten, nach der Operation mit einer unterstützenden (adjuvanten) Antihormontherapie zu beginnen, um die Hormone auszuschalten. Dadurch lässt sich die Gefahr eines Rückfalls senken. Nun wurde in einer Studie in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine bestätigt, dass es empfehlenswert ist, diese Therapie möglichst viele Jahre lang durchzuführen.

Die Forscher werteten in ihrer Analyse zusammenfassend die Daten von 88 Studien mit knapp 63.000 Patientinnen aus, die an östrogenempfindlichem Brustkrebs erkrankt waren und während einer fünf Jahre dauernden Antihormontherapie krankheitsfrei geblieben waren. Nach fünf Jahren beendeten sie Antihormontherapie.

Innerhalb der folgenden 15 Jahre nach dem Ende der Antihormontherapie traten regelmäßig Rückfälle auf. Dabei blieb das Rückfallrisiko über die Zeit praktisch stabil und fiel erst am Ende der 15 Jahre leicht ab. Wie hoch es war, hing wesentlich vom Tumorstadium ab, in dem die Erkrankung zuerst diagnostiziert worden war. Das geringste Rückfallrisiko und auch das geringste Sterberisiko an der Erkrankung hatten Frauen mit einem kleinen Tumor ohne Lymphknotenbeteiligung, das höchste Frauen mit einem größeren Tumor und einem Befall vieler Lymphknoten.  

Vermutlich sei die Prognose umso besser, je länger die Antihormontherapie durchgeführt werde, so die Studienautoren. 

 

Quelle:

Pan H et al. 20-Year Risks of Breast-Cancer Recurrence after Stopping Endocrine Therapy at 5 Years. N Engl J Med 2017; 377:1836-46

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.11.2017 17:14