Hodenkrebs wird häufiger

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In Europa und den USA steigen die Erkrankungszahlen an Hodenkrebs sowohl unter jungen als auch unter älteren Männern.

Die häufigste Krebsdiagnose unter jungen Männern ist Hodenkrebs. Wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift World Journal of Urology berichteten, nimmt die Häufigkeit der Erkrankung in den USA und Europa stetig zu.

Die Forscher werteten die Daten großer US-amerikanischer und europäischer Datenbanken aus. Sie stellten fest, dass die Häufigkeit von Keimzelltumoren des Hodens bei US-amerikanischen Jungen und Männern jenseits des 15. Lebensjahres von 1992 bis 2009 jedes Jahr signifikant angestiegen ist. Seminome werden dabei mit zunehmendem Lebensalter bedeutsamer: Bei den 15- bis 26-Jährigen betrug der Anteil von Seminomen an allen Keimzelltumoren des Hodens 29 Prozent, bei den über 40-Jährigen waren es 78 Prozent.

Auch in 15 von 19 untersuchten europäischen Ländern war in den letzten zwei Jahrzehnten ein signifikanter Anstieg von Hodenkrebs zu verzeichnen. Dänemark, die Schweiz und Norwegen haben die höchsten Erkrankungsraten, in Spanien kam es zum stärksten Anstieg pro Jahr. Allein in Dänemark liegt die Neuerkrankungsrate demnach bei 13,4 pro 100.000 pro Einwohner und Jahr. 

Sowohl in der jungen als auch in der älteren männlichen Bevölkerung der USA und Europas ist die Häufigkeit von Hodenkrebs kontinuierlich gestiegen, so die Zusammenfassung der Studienautoren. Die Ursachen für diesen Anstieg müssten weiter untersucht werden.

 

Quelle:

Nigam, M. et al.: Increasing incidence of testicular cancer in the United States and Europe between 1992 and 2009. World Journal of Urology 2015, 33(5):623-631

 

(kvk)

 

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Aktualisiert am: 26.07.2016 22:35