Hirnmetastasen operieren oder bestrahlen

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Die Operation und die stereotaktische Strahlentherapie erreichen vergleichbar gute Kontrollraten hinsichtlich lokaler Rückfälle bei Hirnmetastasen.

Zahlreiche Krebsarten streuen, wenn sie sich vom Entstehungsort weg in den Körper ausbreiten, auch ins Gehirn und bilden dort Tochtergeschwülste. Diese Metastasen können, wenn sie nur vereinzelt auftreten, entweder operiert oder mit sogenannter stereotaktischer Radiotherapie bestrahlt werden. Beide Verfahren sind hinsichtlich der lokalen Kontrolle der Hirnmetastasen gleichermaßen erfolgreich, wie sich jetzt in einer Studie herausstellte, die in der Fachzeitschrift JAMA Oncology veröffentlicht wurde.

In der Untersuchung analysierten die Forscher Daten von 268 Patienten mit einer oder zwei Hirnmetastasen, die entweder operiert oder mit stereotaktischer Strahlentherapie behandelt worden waren. Die Patienten in den beiden Behandlungsgruppen wiesen Unterschiede auf: So waren die Metastasen in der Operationsgruppe im Durchschnitt größer als in der Bestrahlungsgruppe, dafür gab es häufiger nur eine Metastase. 

Die Krankheit konnte durch die beiden Behandlungsverfahren gleichermaßen gut in Schach gehalten werden: Die Häufigkeit lokaler Rückfälle war über die Gesamtbeobachtungszeit von mehr als drei Jahren hinweg gleich. Zwar traten nach der Operation häufiger frühe lokale Rückfälle auf (innerhalb von drei Monaten nach dem Eingriff), jedoch ging das höhere Rückfallrisiko mit der Zeit stärker zurück. Neun Monate und später nach der Behandlung war das Risiko für einen lokalen Rückfall nach der Operation sogar geringer als nach der stereotaktischen Bestrahlung.

Grundsätzlich, so die Studienautoren, sei mit Operation und stereotaktischer Bestrahlung eine ähnliche lokale Kontrolle von Hirnmetastasen zu erreichen. Ein anfänglicher Vorteil der stereotaktischen Bestrahlung in der Frühphase verliere sich später. 

 

Quelle:

Churilla T M et al. Comparison of Local Control of Brain Metastases With Stereotactic Radiosurgery vs Surgical Resection. A Secondary Analysis of a Randomized Clinical Trial. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 8. November 2018, doi:10.1001/jamaoncol.2018.4610

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Weitere Nachrichten zum Thema Hirntumor

Zurück

Aktualisiert am: 11.12.2018 16:42