Hirnmetastasen: Nach der Operation stereotaktisch bestrahlen

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Die Gefahr eines Rückfalls kann gesenkt werden, wenn die Operationsstelle nach der Entfernung von Hirnmetastasen mit einer stereotaktischen Strahlentherapie behandelt wird.

Nach einer erfolgreichen Operation von Hirnmetastasen, also im Gehirn angesiedelten Tochtergeschwülsten bösartiger Tumoren, besteht das Risiko für einen Rückfall. Eine stereotaktische Bestrahlung der operierten Stelle kann die Gefahr deutlich verringern, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Lancet Oncology berichteten.

In die Studie, die an einem Krebszentrum in den USA durchgeführt wurde, wurden 132 Patienten aufgenommen. Sie unterzogen sich einer Operation, bei der ihnen eine bis drei Metastasen aus dem Gehirn entfernt wurden. Anschließend erhielten sie innerhalb von 30 Tagen eine stereotaktische Bestrahlung der Operationshöhle oder wurden beobachtet.

Bei der stereotaktischen Strahlentherapie wird in wenigen Sitzungen, manchmal nur in einer einzigen, ein kleiner Krankheitsherd mit einer hohen Strahlendosis bestrahlt. Dies ist möglich, weil die Strahlen nach einer computergesteuerten Bestrahlungsplanung aus verschiedenen Richtungen auf den Zielbereich gelenkt werden. Dort treffen sich alle Strahlen in einem Punkt und addieren sich zur Gesamtdosis, die damit in dem Krankheitsherd maximal ist, während die umgebenden gesunden Gewebe weitgehend verschont bleiben. Aus diesem Grund eignet sich die stereotaktische Strahlentherapie für den Einsatz bei Hirnmetastasen besonders gut: Sie sind oft klein, gesundes Nervengewebe sollte bei der Bestrahlung so wenig wie möglich getroffen und geschädigt werden.

Nach einem Jahr waren in der Beobachtungsgruppe der Studie noch 43 Prozent der Patienten ohne Krankheitsrückfall im Gehirn, in der Gruppe der Bestrahlten waren es 72 Prozent, also fast drei Viertel und deutlich mehr als in der Beobachtungsgruppe. Die Bestrahlung wurde von den Patienten gut vertragen.

Bei einer bis drei Hirnmetastasen, die operiert werden können, lohne eine stereotaktische Bestrahlung des Operationsgebietes, so die Studienautoren. Das Risiko für einen Rückfall mit Bildung erneuter Metastasen in dem Bereich könne dadurch deutlich verringert werden.

 

Quelle:

Mahajan, A. et al.: Post-operative stereotactic radiosurgery versus observation for completely resected brain metastases: a single-centre, randomised, controlled, phase 3 trial. Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 4. Juli 2017, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S1470-2045(17)30414-X

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Zurück

Aktualisiert am: 20.09.2017 22:05